Bauhaus-Universität Weimar

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einer Schwankung genau feststellen“. Das Verfahren er¬ 
möglicht zunächst nicht, Aufschluss über die Vorgänge inner¬ 
halb einer Schwankung zu gewinnen, wir wissen nicht, welcher 
Zeitanteil auf die Zunahme, welcher auf die Abnahme, welcher 
auf das Erloschensein fällt, ob die Veränderungen allmählich 
oder plötzlich, stark oder schwach sind u. s. w. Bedenklich 
ist es auch, dass bei der ersten Zunahme eine andere Registrier¬ 
bewegung ausgeführt wird als bei der zweiten Zunahme; die 
Registrierbewegung muss, wenn sie nicht selbst Anlass werden 
soll, dass die Aufmerksamkeit abgelenkt wird, offenbar ganz 
mechanisch bei der betreffenden psychischen Veränderung aus¬ 
geführt werden; wie soll das aber möglich sein, wenn wir 
stets das eine Mal den Schlüssel öffnen, das andere Mal 
schliessen sollen, also entgegengesetzte Bewegungen ausführen 
müssen? Es ist in hohem Masse wahrscheinlich, dass diese 
Verschiedenheit der Bewegung eine Teilung der Aufmerk¬ 
samkeit erfordert, die unmöglich ohne Einfluss auf die unter¬ 
suchte Schwankung ist. Aber alles das tritt zurück gegenüber 
der weiteren Thatsache, dass Langes Methode ja überhaupt 
nur immer die erste Schwankung zu notieren vermag; sobald 
die zweite Zunahme eingetreten, steht die Uhr still, die Zeit 
zur nächstfolgenden Zunahme bleibt also unbeachtet, kurz die 
zeitmessenden Versuche beziehen sich überhaupt nur auf den 
Anfang des Intermittierens, der zweifellos zum Aufschluss 
über das Wesen des Vorganges durchaus nicht zureicht. 
Die Vorrichtung, die ich herstellte, um den besagten 
Nachteilen zu entgehen, ist einfach folgende. Durch ein 
genau gehendes Uhrwerk wird um eine vertikale Achse eine 
Kymographiontrommel in Bewegung gesetzt, die leicht mit 
weissem Papier überspannt werden kann. Der Umfang der 
Trommel beträgt genau 38,6 cm; ihr Gang wird daher mittelst 
kleiner Windflügel so reguliert, dass sie sich in 38,6 Sekunden 
einmal herumdreht; bewegt sich die Trommel an einem auf¬ 
zeichnenden ruhenden Stift vorbei, so würde mithin eine ge¬ 
rade Linie entstehen, auf der je 1 mm dem Zeitraum einer
        

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