Bauhaus-Universität Weimar

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Und was von uns selbst gilt, gilt erst recht natürlich 
von jeder fremden Persönlichkeit; bei ihr sind uns ja nicht 
einmal jene beiden Systeme gegeben, sondern nur das eine, 
das materielle. Wir sehen und hören nicht den fremden Be¬ 
wusstseinsinhalt, sondern nur die Ausdrucksbewegungen, aus 
denen wir darauf schliessen, dass auch bei jener fremden 
Persönlichkeit die materiellen Vorgänge, die wir wahrnehmen, 
von ähnlichen Vorgängen begleitet sind, wie bei uns selbst; 
wir konstruieren so das zweite System hinzu, müssen mithin 
auch konsequent unsere Ergänzung so weiterführen, dass wir 
dort dasselbe annehmen, was wir in uns finden, nämlich dass 
vom Standpunkt des fremden Bewusstseins auch wieder das 
Bewusstsein die absolut gesetzte Vorbedingung ist, nicht eine 
unter anderen Eigenschaften. So sehen wir, dass unser Ich 
als Objekt lediglich die aus mannigfachen Elementen in lang¬ 
samer Entwicklung im Bewusstsein aufgebaute Vorstellung 
der Persönlichkeit ist, zuerst nur die Vorstellung desjenigen 
Leibes, dessen Alteration Gefühle ins Bewusstsein rief und 
dessen Bewegungen den im Bewusstsein auftauchenden Willens¬ 
impulsen entsprachen, bis im Bild dieser Persönlichkeit immer 
mehr Faktoren des immateriellen Systems in den Vordergrund 
traten; das Bewusstsein selbst aber ist nur. fälschlich jener 
Persönlichkeit als Eigenschaft beigelegt. 
Gerade das Umgekehrte gilt von dem Ich als psychisches 
Subjekt, also von derjenigen Ichpersönlichkeit, welche wirk¬ 
lich die Bewusstseinszustände erlebt; auch sie ist ein Produkt 
einer für praktische Zwecke geeigneten, auf unkritische Ana¬ 
logie gestützten Ausdrucksweise. War bei dem objektiven 
Ich fälschlich der Persönlichkeit Bewusstsein zu¬ 
geschrieben, so wird bei dem subjektiven Ich das 
Bewusstsein fälschlich auf eine Persönlichkeit 
bezogen. Gegeben ist ja nur der Bewusstseinsvorgang und 
nur dem Umstand, dass wir ihn wie jeden Vorgang, sobald 
wir ihn uns objektiv vergegenwärtigen wollen, unter dem 
aus der Anschauungssphäre entnommenen Bilde einer Thätig-
        

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