Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Lehre von der natürlichen Anpassung in ihrer Entwickelung, Anwendung und Bedeutung. Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doctorwürde bei der Philosophischen Fakultät Leipzig
Person:
Münsterberg, Hugo
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38737/116/
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Tieren zu einer Arbeitsteilung fortgeschritten ist, wie sie kein 
anderer Apparat erreicht hat. 
Gewissermaßen als Anhang zu allen diesen inneren Korrelationen 
wäre die rein räumliche zu nennen; so stehen die Teile des Gehirns 
offenbar in mechanischer wechselseitiger Anpassung und mehr noch 
die Organe der Brust und des Bauches.1) Daß hier wirklich 
wechselseitige Adaption vorliegt, beweisen zahlreiche pathologische 
Fälle, bei denen das Fehlen eines Organs die Gestalt der anderen 
beeinflußt, z. B. wenn bei fehlender Niere die Leber keine Nieren¬ 
grube aufweist. Die räumliche Anpassung wird natürlich für die 
Organe des Tierkörpers weit wichtiger sein als für die Pflanze, 
da letztere wegen ihrer Bewegungslosigkeit durch Anhangsorgane 
nicht gehindert wird, also freien Platz zur Entfaltung hat, während 
das Tier, zum Zweck freier Bewegung, seine Organe möglichst 
haushälterisch zusammendrücken muß. 
*) His, Archiv für Anatomie und Physiologie. 1878.
        

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