Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 5. Funktion. Eine Zusammenfassung der durch Versuche ermittelten Gesetzmässigkeiten tierischer Verrichtung (Ausübung, Wechselwirkung, Anpassung)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38680/32/
Licht- und Farbanpassung (Photoadaptation). 
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beschrieben; es zeigt sich nämlich, daß die Farbe und die Licht¬ 
verhältnisse des Anheftungsortes (wie Schatten, gelbe und rote 
Farbe der Wand usw.) auf die Farbe der sich entwickelnden 
Puppen von Einfluß waren [III, 1 a, b], indem dieselben eine 
ähnliche Färbung aufwiesen wie ihre Umgebung. Tr im en (in 
Poulton 1S87, 1890) fand Farbenanpassung der Puppe von 
Papilio demoleus an Grün, Gelb und Potbraun, nicht aber an 
Rot und Blau. Dies könnte nun allenfalls noch von einem Einfluß 
des Lichtes auf die Augen der Raupen herrühren. Nun hat aber 
Poulton (1887) später ähnliche Versuche an den Puppen von 
Weißlingen und von Vanessa urticae angestellt und gefunden, daß 
dieselben auf dunkeim Untergrund eine dunkle [III, 3 a], auf 
lichtem Untergrund eine helle [III, 3 6] und auf glänzendem 
Untergrund eine Goldfärbung annahmen. Er fand aber weiters, 
daß die Puppen nur dann diese Färbungen annehmen, wenn 
dieselbe in einer ganz bestimmten Periode ihres Lebens auf sie 
eingewirkt hatten. Dieses Stadium war weder das Verpuppungs¬ 
stadium selbst, noch ein früheres Raupenstadium, sondern fiel 
in eine ganz bestimmte, vor der Verpuppung liegende Lebens¬ 
periode der Raupe. Nur in der Zeit, wo sich die Raupe an 
einen Spinnfaden aufhängt, um zur Verpuppung zu schreiten, ist 
es möglich, durch die Untergrundfarbe die Puppenfärbung zu 
beeinflussen. Auch Exstirpation der Augen bei der Raupe ändert 
nichts an dem Ausfall der Versuche. 
Poulton führte noch weitere Versuche aus : Er konstruierte 
ein Kästchen, das durch eine mittlere Scheidewand in eine obere 
und eine untere Hälfte geteilt worden war, und schlug die obere 
Hälfte mit schwarzem, die untere Hälfte mit lichtem Papier aus. 
Die Scheidewand war an einer Stelle perforiert und durch diese 
Öffnung wurde die Raupe nun derart aufgehängt, daß sich der 
obere Teil in der schwarz, der untere Teil ihres Körpers in der 
licht ausgekleideten Hälfte des Kästchens befand. Es ergab sich 
nun, daß die Puppen in keinem Fall eine zweiteilige Färbung 
hatten, in dem Sinne, daß die obere Hälfte dunkel, die untere 
licht gefärbt gewesen wäre, sondern die Puppen besaßen immer 
eine einheitliche Färbung; und zwar richtete sich die Färbung 
immer nach der Farbe jener Kästchenhälfte, in der sich die 
größere Hälfte des Raupenkörpers befand. Dadurch glaubte 
Poulton ausschließen zu können, daß es sich hier um einen 
farbenphotographischen Prozeß handelt; da der Körper in diesem
        

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