Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 5. Funktion. Eine Zusammenfassung der durch Versuche ermittelten Gesetzmässigkeiten tierischer Verrichtung (Ausübung, Wechselwirkung, Anpassung)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38680/24/
Licht- und Farbwechsel (Photokorrelation). 
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zur Bildwahrnehmung müssen Linsen vorge¬ 
schaltet sein, zur Unterscheidung von Hell und 
Dunkel sind nicht einmal Augen notwendig; die 
Unterscheidung von Licht bestimmter Wellen¬ 
länge, d. h. von Farben, bedarf einer besonderen 
Ausbildung des lie ht perzi pierenden Apparates 
deren Verbreitung in den Tier reihen noch unent¬ 
schieden bleiben muß, da Reaktionen auf ver¬ 
schiedene Helligkeiten leicht mit Färb Unter¬ 
scheidung verwechselt werden können. 
II. Kapitel. 
Lieht- und Farbwechsel (Pliotokorrelation). 
Wir haben uns nun über die Gesichtsempfindungen der 
Tiere im allgemeinen orientiert und ich möchte, ehe wir dieses 
Gebiet verlassen, noch die Wechselbeziehungen schildern, die 
zwischen dem Rezeptionsorgan für Lichtsinn, dem Auge und den 
übrigen Teilen des Körpers bestehen, indem das Auge für die 
Färbung vieler Tiere das ausschlaggebende Element ist. Viele 
Tiere besitzen die Fähigkeit, verschiedene Farben an ihrer Kör¬ 
peroberfläche anzunehmen. Dieser physiologische Farbwechsel 
hat namentlich unter den Crustazeen eine weitere Verbreitung 
und ist an einer kleinen Assel, der Ido the a [II, 1] schon vor 
langer Zeit durch P. Mayer (1879), Matzdorff (1882), 
V. Bauer (1905) eingehend beschrieben worden. Dieses Tier 
lebt auf verschiedenem Untergrund in verschiedenen, nicht voll¬ 
kommen fixierten Farbenvarietäten, deren Existenz zum Teil 
darauf beruht, daß die Tiere die Fähigkeit besitzen, bis zu einem 
gewissen Grade die Färbung der Umgebung anzunehmen. Ge¬ 
blendete Tiere verlieren diese Eigenschaft. Das Tier sieht also 
die Farben und stellt die Chromatophoren seines Körpers je nach 
der Farbe des Untergrundes durch einen von den Augen aus¬ 
gehenden Reflex in einen bestimmten Kontraktionszustande ein; auf 
dunkeim Untergrund wird das Tier gleichfalls dunkel, d. h. die 
Chromatophoren expandieren sich; umgekehrt nimmt es auf 
Przibram, Experimentalzoologie. 5. Funktion.
        

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