Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 5. Funktion. Eine Zusammenfassung der durch Versuche ermittelten Gesetzmässigkeiten tierischer Verrichtung (Ausübung, Wechselwirkung, Anpassung)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38680/122/
Immunität und Saisonanpassung (Chemoadaptation). 
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weiblichen Bienen stets eine Regression zum Mittel hervorrufen 
wird, da ja die Dominanz namentlich bei Größen- und Zahl¬ 
variationen nicht so sehr zum Ausdruck kommt. 
Die Schaffung neuer Kombinationen wird übrigens durch 
geschlechtliche Selektion ähnlicher Individuen bei der Gatten¬ 
suche eingeschränkt sein können (vgl. Homo — Harris 1912; 
Paramaecium — Jennings 1911, Jennings and La sh le y 
1913). 
Ein sicherer Vorteil der geschlechtlichen Vermehrung ist 
die durch die Kreuzung zweier Individuen hervorgerufene höhere 
Lebenskraft der Nachkommen (Hydatina — Whitney 1912, vgl. 
auch Exp.-Zooh, 3. Bd., Phylogenese, Kap. III). Exkonjuganten 
von ingezogenen Infusorien vermochten übrigens nicht sich weiter 
zu vermehren (Stylonichia — Bait seil 1911, 1912), es wäre also 
offenbar nicht die Konjugation selbst, sondern der verschiedene 
Ursprung der Eltern, welche die Fruchtbarkeit erhöht. Jennings 
(1913) bestreitet auch dies für Paramaecium, und will hier erhöhte 
Variabilität als Folge der Konjugation beobachtet haben (vgl. 
auch Calkins 1913). Konjugation erfolgt in der Regel bei be¬ 
ginnendem Hunger nach reichlicher Ernährung (Paramaecium — 
Jennings 1910). Nach Calkins (1902, 1904) kann die 
Lebensfähigkeit einer Paramaecienkultur über 6 Monate nur, er¬ 
halten werden, falls ein Stimulus zu neuer Reproduktion führt, 
wogegen Enriques (1903, 1905, 1906, 1908) bei Vermeidung 
von Bakterien seine Infusorien unbegrenzt lange sich fortpflanzen 
sah, womit Woodruff (1908 bis 1913) und Baitsell 
(W. und B. 1911, vgl. auch 1914*) übereinstimmen; ja die an 
alte Kulturflüssigkeit gewohnten Paramaecien konnten in frischer 
nicht gedeihen (Woodruff 1911 Adaptation). 
Eine Anpassung der Tiere an chemische 
Agentien sowie an alle anderen Faktoren der 
äußeren Natur, welche schädigend einzuwirken 
vermögen, kommt nach Einwirkung geringerer 
Grade des schädigenden Faktors („Vorbehand¬ 
lung“) durch eine Änderung des tierischen Che¬ 
mismus zustande („Immunisierung“). 
*) Baitsell, G. A., Experiments on the reproduction of the hypo- 
trichous Infusoria. II. A. Study of the so called life cycle in Oxytricha 
fallax and Pleurotricha lanceolata. Journal of Experimental Zoology, XVI, 
211, 1914. 
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