Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 5. Funktion. Eine Zusammenfassung der durch Versuche ermittelten Gesetzmässigkeiten tierischer Verrichtung (Ausübung, Wechselwirkung, Anpassung)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38680/110/
Innere Sekretion: c) Metamorphose. 
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Kaulquappen und Fröschen ebenfalls Veränderungen der Keim¬ 
zellen hervorrufen konnte, so erscheint der Einfluß der Nerven 
mehr als fraglich. 
Auch bezüglich der Geschlechtsdrüsen sind Versuche an¬ 
gestellt worden, um zu entscheiden, ob der Gesamtorganismus auch 
auf den Reifezustand der transplantierten Drüsen einen Einfluß 
auszuüben vermag. Meyns (1912) hat gefunden, daß die Keim¬ 
drüsenjugendlicher Frösche, die in ältere Wirtstiere transplantiert 
werden, keine Beeinflussung seitens der Wirtstiere erfuhren, sondern 
sich normal entwickelten. 
Ähnliche Versuche, von Meisenheimer (1911) und 
Kopec (1913) bei Insekten ausgeführt, ergaben analoge Resultate. 
Eine chemische Beeinflussung verschiedener 
Merkmale durch endokrine Drüsen (mit „innerer 
Sekretion“ Claude-Bernard) kann a) Größenzunahme, 
b) Sexualität und e) Entwicklungsstufe betreffen. 
a) 1. Die Entfernung oder Schädigung ge¬ 
wisser nicht geschlechtlicher Drüsen, z. B. der 
Schilddrüse, stört die absoluten und relativen 
Größenverhältnisse der Wirbeltiere, welche dem- 
n ach zum normalen Wachstum deren Reizstoffe 
(„Hormone“ Starling) benötigen, die auch durch 
Fütterung wirksam ein verleibt werden können. 
b) 2. Die frühzeitige Entfernung oder Schädi¬ 
gung derGeschlechtsdrüsen (Kastration) führt zur 
Unterdrückung der besonderen sekundären Ge¬ 
schlechtscharaktere derWirbeltiere („A sexuelle“ 
Art -Form Tandler), ist aber allein nicht imstande, 
Charaktere des entgegengesetzten (heterologen) 
Geschlechtes hervorzurufen. 
3. Hingegen kann durch Einsetzung von 
heterologen Keimdrüsen in Käst rate der Wirbel¬ 
tiere eine Entwicklung von Charakteren des 
heterologen Geschlechtes herbeigeführt werden 
(„Feminierung“ und „M a s k u 1 i e r u n g“ Steinach). 
4. Die primäre Bestimmung des Geschlechtes 
ist wahrscheinlich überall schon von der Eibil¬ 
dung oder der Besamung an durch geschlechts¬ 
bestimmende Vererbungsträger (?„Heterochromo-
        

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