Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 7. Zootechniken. Eine Zusammenfassung der für Versuche mit Tieren verfügbaren Forschungsweisen (Fragestellung, Versuchsführung, Bearbeitung)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38679/56/
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Wasserproben in streng vertikalem Zuge sind die Stocknetze 
ungeeignet. Es dienen vielmehr hiezu Aufhängungen des Netzes 
mittelst drei Schnüren an einen Ring, der wiederum selbst mittelst 
eines längeren Strickes herabgelassen oder wieder emporgezogen 
werden kann [II, 12]. Nach Art einer Angel wird er durch einen 
Stock vom Ufer oder Boote aus „ausgelegt“. Zum Einziehen 
dienen bei großen Tiefen Winden, die eventuell maschinell bedient 
werden. Für kleine Krebstiere, Entomostraken und Dekapoden¬ 
larven, ferner Wassermilben und Wasserkerfe, welche durch die 
Netzmaschen schlüpfen würden, müssen in den Trichterboden des 
Griesnetzes Glas- oder Metallbehälter eingebaut sein, welche 
entweder eine zylindrische Röhre mit unterem Absperrhahn oder 
ein herausnehmbares Fläschchen darstellen. In ersterem Falle 
• • 
wird der Fang in Flaschen durch Offnen des Hahnes abgelassen, 
in letzterem werden die Fläschchen nach Füllung verkorkt und durch 
neue ersetzt. Behufs Öffnung des Fangnetzes erst in bestimmter 
Wassertiefe sind verschiedene Verschlüsse von „Planktonnetzen“ 
konstruiert worden, ebenso behufs Wiederverschließens nach 
Probenfang [II, 10 — 11]. Da Planktontiere jedoch wenig zu 
experimenteller Behandlung geeignet sind, besonders nicht die 
Tierchen aus größerer Tiefe, so brauchen wir hier nicht weiter 
auf die Planktonnetze einzugehen (vgl. Abderhalden’s Handb. 
IX/2; Neumann S. 157). Für größere, rasch schwimmende 
Krebse bedient man sich des rechteckigen oder halbkreisförmigen, 
entweder an einem langen Stocke fest angebrachten [H, 13] 
oder mit drei Schnüren gehängten Krevettennetzes („shrimp net“). 
Zum Krebsfang im Meere an Gezeitenküsten sind wasserundurch¬ 
lässige Röhrenstiefel, am besten aus geöltem Juchtenleder, sehr 
zu empfehlen. Bei der Handhabung jeder Art Netzes ist zu 
beachten, daß die Arthropoden die Annäherung des Fängers 
durch Erschütterung, Beschattung und Erkennen rasch sich 
bewegender Objekte wahrzunehmen im Stande sind. Man schleiche 
sich daher ruhig an — Töne spielen dabei keine Rolle —, bringe 
das Netz von jener Seite in Position, auf welche der Schatten 
des zu fangenden Tieres fällt und trachte ohne Hin- und Her- 
fuchteln mit einem Zuge die Beute einzufangen. Bei Wassertieren 
wird von unten her anzusetzen und aufwärts zu ziehen sein, bei 
fliegenden oder auf Pflanzen und Mauern sitzenden Insekten von 
oben her. Um den Fangraum zu erweitern, kann letzteren Falles 
der Netzzipfel mit den Fingern der freien Hand hochgehalten
        

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