Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 7. Zootechniken. Eine Zusammenfassung der für Versuche mit Tieren verfügbaren Forschungsweisen (Fragestellung, Versuchsführung, Bearbeitung)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38679/52/
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V. Arthropoda. 
Die Gliederfüßler sind an Art- und Individuenanzahl be¬ 
sonders ausgezeichnet, erheben sich dabei kaum je zu einer Größe, 
welche den Fang mit gewöhnlichen Netzen verbieten würde, und 
stellen in den kleinen Krebsen, den Großteil des Planktons, in 
den Insekten die am häufigsten vop Sammlern gesuchten Objekte, 
zu deren Fang ihrer Flinkheit halber eigene Vorrichtungen er¬ 
wünscht sind. Es erscheint daher angemessen, gerade an dieser 
Stelle die verschiedenen Typen von Netzen und einfachen Fang¬ 
geräten zu besprechen. Nach der dabei entfalteten Tätigkeit 
des Menschen können wir unterscheiden: Geräte zum A. An¬ 
locken, B. Aufsuchen, C. Ergreifen, D. Gefangensetzen, E. An¬ 
sammeln und F. Transportieren der Tiere. 
A. Zur Anlockung von Arthropoden sowohl des Landes als 
auch des Wassers werden Lichtquellen oder riechende Köder 
verwendet; der Zuckergast, Lepisma, fängt sich in feuchten Fetzen, 
wie auch manche Schmetterlinge, Apatura, Lycaena, Pieris, sich 
massenhaft an feuchten Stellen ansammeln. Als Lichtquelle kann 
das Sonnenlicht, so bei Aufhacken des Eises behufs Anlockung 
von Daphniden, Bogenlicht zur Anlockung von Nachtfaltern, 
Fackeln zum nächtlichen Krebsfang auf dem Meere, jede Art 
von Laterne, am besten eine Badfahrazetylenlampe, Verwendung 
finden. Vier Milchglasplatten vervollständigen Dahl’s Lichtfalle 
[II, 23]. Köder sind entweder solche Objekte, welche dem ge¬ 
suchten Tiere zur Nahrung dienen könnten oder die das andere 
Geschlecht zur Kopula anlocken. Als Nahrungsköder wird also 
je nach der Ernährungsart des zu Ködernden altes Fleisch und 
Leber bei Hummer, Krebs, Totengräber (Necrophorus) und anderen 
Aaskäfern, Honig oder Zuckerwasser, auch die lebende Blume 
bei Hymonopteren und Tagfaltern angemessen sein. Beliebt ist 
es Lepidopteren bei Nacht durch aufgehängte, an Schnüren auf¬ 
gereihte Apfelspalten anzulocken. Da sich meist Weibchen, und 
zwar solcher Arten einfinden, die keine Mundwerkzeuge besitzen, 
so scheint die Anlockung durch das Obst, welches übrigens auch 
durch Alkoholanstrich ersetzt werden kann, auf einer Geruchs¬ 
vorliebe zu beruhen. Die Männchen derselben Gruppen, Saturnidae 
u. ä., werden durch Weibchen angelockt, die man entweder an¬ 
gebunden, oder besser in den unteren Abschnitt eines doppelten 
Gitterkäfigs gesetzt hat, dessen oberer, dem Fluge zugänglicher 
Teil mit einem zwar das Hinein-, nicht aber das Wiederhinaus-
        

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