Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 7. Zootechniken. Eine Zusammenfassung der für Versuche mit Tieren verfügbaren Forschungsweisen (Fragestellung, Versuchsführung, Bearbeitung)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38679/235/
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A. Die Geometrie gibt uns Methoden erstens zur Beschreibung 
von Objekten und Geschehen durch Anlage von Achsen in passender 
Wahl, zweitens zur Anordnung von Häufigkeiten in Größen oder son¬ 
stigen Klassen, drittens zur Wiedergabe von Abhängigkeiten. - 
1. Ganz allgemein kann die gegenseitige Lage von Punkten 
in einer Ebene durch Anlage eines Koordinatensystems mit 
willkürlich gewähltem Anfangs- oder Nullpunkte beschrieben 
werden. Es ist gebräuchlich dabei entweder rechtwinklige Achsen 
durch den Nullpunkt zu ziehen, eine horizontal liegende Abszissen¬ 
achse und eine vertikale Ordinatënachse, „rechtwinkliges Koor¬ 
dinatensystem“, oder vom rechten horizontalen Halbstrahle (der 
Abszissenachse) ausgehend die Punkte nach ihrer Entfernung 
vom Nullpunkte und ihrem Winkelabstande vom angeführten Halb¬ 
strahle nach links zählend anzugeben, „Polarkoordinatensystem“ 
[X, 4]. Auch bei Wahl der rechtwinkligen Koordinaten ist es üblich 
ausgehend von dem rechten horizontalen Halbstrahle nach links 
oben, also entgegengesetzt dem Sinne des Uhrzeigers zu rechnen, 
so daß rechts oben der I. Quadrant, links oben derII., links unten 
der III., rechts unten der IV. des Diagrammes angenommen wird. 
Die Abstände der anzugebenden Punkte auf diesem Halbstrahle 
vom Nullpunkte des Koordinatensystems werden als positive 
x-Werte bezeichnet, ebenso die Abstände aller Punkte rechts der 
Ordinatenachse von dieser. Diese Abstände sind durch Legung einer 
Parallelen vom Punkte zur Abszissenachse zu gewinnen. Analog 
ergeben sich auf der linken Diagrammhälfte negative x-Werte. Die 
Entfernungen der Punkte von der Abszissenachse werden als y-Werte 
bezeichnet; sie sind nach dem vorhergehenden positiv im I. und II., 
negativ im III. und IV. Quadranten. Bei Verwendung von Polarkoor-^ 
dinaten entfällt die Bezeichnung positiver und negativer Werte, da die 
Winkel fortlaufend von 0 bis 360 zu zählen sind. Im I. Quadranten 
liegen die Winkelgrade 0—90, im H. 90—180, im IH. 180—270, 
im IV. 270—360. Die Entfernungen vom Nullpunkte, dem „Pole“, 
werden alle positiv gerechnet, da die Punkte, ohne Einführung 
der Unterscheidung von positiv und negativ, bereits durch Winkel 
und Polabstand eindeutig bestimmt sind. Infolge dieser Kontinuität" 
und Vereinfachung der Bezeichnungsstücke eignen sich Polar¬ 
koordinaten zur Darstellung dort, wo in sich zurückkehrende, aber 
nur in einer Richtung angeordnete Erscheinungen auftreten. Eine 
Richtung hat vor allem die Zeit und es ist die häufigste Ver¬ 
wendung der Polarkoordinaten jene zur Darstellung rhythmisch 
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