Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 7. Zootechniken. Eine Zusammenfassung der für Versuche mit Tieren verfügbaren Forschungsweisen (Fragestellung, Versuchsführung, Bearbeitung)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38679/206/
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* 
°0 Radium schädigt bei vorsichtiger Anwendung nur den 
Kern und läßt das Zytoplasma ungeschädigt. Es können auch 
andere radioaktive Substanzen in der gleichen Weise zur elek- 
tiven Abtötung des Kernes dienen, sowie Radioverbindungen 
(O*? R* ü- Gr, Hertwig 1913—1923, 6, 148; P. Her twig in 
f Handb. d. Vererbungswiss. III, 48, Berlin, Bornträger 1927). 
Bei Versuchen mit Radium ist Vorsicht wegen seiner Schäd¬ 
lichkeit für die Fingerspitzen des Experimentators geboten. 
Achtung auf Dosis der Präparate und Durchlässigkeiten der 
Hüllmittel ! 
ß) Während Radiumbestrahlung wegen seiner elektiven Wir¬ 
kung auf die Kerne gut zur Ausschaltung derselben im ganzen 
v Ei dienen kann, ist die genaue Beschränkung abtötender Wir¬ 
kung ultravioletter Strahlen auf einzelne Bezirke nach der „Strahlen¬ 
stichmethode“ ermöglicht. Die verschiedenen Apparate hiezu be¬ 
ruhen alle auf der Sonderung der ultravioletten Strahlen einer 
Lichtquelle durch ein Quarzprisma vom „sichtbaren“ Lichte und 
der Dirigierung der stark brechbaren Strahlen mittels Prisma 
und Linse ebenfalls aus Quarz nach einem Objektträger, auf dem 
das zu bestrahlende Objekt fixiert ist. Durch Drehung eines 
Prismas und Verwendung von Blenden, welche nur eine ganz 
zirkumskripte Stelle des Keimes oder sonstigen Mikroobjektes 
freilassen, ist die lokalisierte Schädigung zu erreichen. Als Licht¬ 
quelle kann eine Quecksilberquarzlampe dienen. Der Zeiß’sche 
Strahlenstichapparat [IX, 26] arbeitet mit einer Magnesium- oder 
Kadmiumfunkenstrecke (Näheres bei Mangold, Pétterfi’s Meth. 
II, 724, 1928). Erfolgreich sind Versuche zur Ausschaltung von 
Keimteilen nach dieser Technik an Eiern von Würmern (6, 46), 
Krustazeen (6, 60) und Insekten (6, 63; sowie F. Seidel, Biol. 
Zentralbl. XLIX, 577, 1929) durchgeführt worden. Die Regulie¬ 
rung der Strahlungsstärke erfolgt durch Widerstände, welche be¬ 
stimmte -Stromstärken an einem Ampèremeter -ablesen lassen und 
Transformator behufs Einstellung einer am beigegebenen Volt¬ 
meter angezeigter Spannung. 
8. Wärme: a) Diffuse Wirkung, ß) Heiße Nadel, y) Elektro¬ 
kauter. . . . T- 
cc) Erhöhte Temperatur ilockert die ersten Blastomeren. 
Zehn Minuten nach der Befruchtung ist Sphaerechinus bei 31°, 
Parechinus bei 26°, zu halten (Driesch, H., Z. wiss. Zool. LV, 
1, 1893). Durch Temperaturerniedrigung werden die Eihüllen von
        

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