Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 6. Zoonomie. Eine Zusammenfassung der durch Versuche ermittelten Gesetzmässigkeiten tierischer Formbildung (experimentelle, theoretische und literarische Übersicht bis einschliesslich 1928)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38678/66/
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vorderer Stücke bei den Regenwürmern sonst notwendige Pfropfung 
(vgl 2, 75; „Tierpfropfung“, Kap. Y) ist für Versuche an Penonjx 
excavatus wegen seiner Lebenszähigkeit entbehrlich. Ein weniger 
als 29 Segmente umfassendes Yorderstück regenerierte nach hinten 
eine Kopfheteromorphose, ganz kurze Schwanzstücke nach vorne 
Schwänze (Gr a tes 1927, 359). 
Ein Bruch des Rüssels führt bei der Nemertine Prostoma 
nigricans (Monastero 1928) auch ohne Verlust irgendeines 
Teiles zur Regeneration; doch scheint das Verhalten - der proxi- 
manden Wundfläche nicht beachtet worden zu sein. 
§ 5. Funktion. 
Wie bei Echinodermeneiern ist auch an Nematodeneiern 
Zurückziehung der Dotterkugel bei der Befruchtung unter Bil¬ 
dung einer flüssigen Perivitellinschicht beobachtet (S p e k 
1920). Kälte unterdrückt die Polypidbildung bei Bryozoen (Zoo- 
botryon verticillatum — Zirpolo 1928, 18). Äußere Fak¬ 
toren beeinflussen bei Meeresbryozoen die Kolonieform und 
Wachstumsrichtung der Polypide (M arcus 1926). Ebenso 
wie bei Coelenteraten ist von verschiedenen Seiten versucht 
worden, die Formbildung der Würmer mit der Höhe des Stoff¬ 
wechsels in Beziehung zu bringen (Kohlensäureproduktion von 
Planaria dorotocephala — Robbins und Child 1920). Wir 
müssen im einzelnen auf die Arbeiten über Planarien (Child 
1911—1920; Robbins und Child 1920; Buchanan 1922bis 
1923), Phylloplena littoricola — Olmsted 1922 [IV, 9], mikrodrile 
Oligochäten (Hyman 1916) und Regenwürmer (Rüzicka 1927, 
247, mit Lit.) verweisen, und nur zusammenfassend berichten, daß 
sich in befriedigender Übereinstimmung nach den verschiedenen 
Unternehmungsmethoden, Suszeptibilität gegen Narkotika, Gas¬ 
umsatz, Eiweißfällung, Elektrisches Potential usf. das Vorhanden¬ 
sein eines Maximums des Stoffwechsels in der Gehirngegend und 
eines zweiten vor der Schwanzspitze konstatieren ließ, das abei 
bald bis weit nach der Körpermitte hin sich erstrecken (Lum- 
briculus, Tubifex — Hyman 1916, 128), bald sogar die Stärke 
des vorderen erreichen kann (Lumbricus— Rüzicka 1927). Bei 
herannahender Isolation eines neuen Zoides verdichtet sich ein 
Maximum in der zu gewärtigenden Kopfregion (Planaria — Child 
1906; Aeolosoma — Hyman 1916, 107) [IV, 10; 18]. Planarien 
bilden rascher Zoide, wenn sie kopflos gemacht wurden oder nur 
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