Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 6. Zoonomie. Eine Zusammenfassung der durch Versuche ermittelten Gesetzmässigkeiten tierischer Formbildung (experimentelle, theoretische und literarische Übersicht bis einschliesslich 1928)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38678/264/
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XI. Kapitel. 
Wachstum; Progression. 
[Hiezu Tafel XIV, 1-12; XV, 1-8.] 
(Literatur: 4, Kap. V—VI; 0, § 4; Tab. biol. 805; 
Form und Formel I—XIII.) 
Wenn wir unter „Wachstum“ Zunahme an Gesamt- und 
Protoplasmamasse verstehen, so kann der Furchungsablauf min¬ 
destens hei den dotterarmen, holoblastischen Eiern nicht unter 
diesen Begriff subsumiert werden. Findet doch eine Zunahme 
an organischer Substanz bei diesen Embryonen erst statt, wenn 
sie die abschließende Eihaut als bewegliche Larven verlassen und 
damit Nahrung aufzunehmen in den Stand gesetzt werden. Inner¬ 
halb des Eies kann es aber zur Wasseraufnahme vornehmlich 
nach vollendeter Furchung und zum Wachstum einer Substanz 
auf Kosten einer anderen kommen, nicht nur was Dotter an¬ 
belangt, sondern auch das Verhältnis von chromatischer Kern¬ 
substanz zum Plasma. Bei der ersten, a,uf die Entwicklungs¬ 
erregung folgenden Furche wird allerdings die Trennung der 
Kernsubstanz und ihre Verteilung auf die beiden ersten Furchungs¬ 
zellen bei zweigeschlechtlicher Zeugung wohl immer ohne Ver¬ 
mehrung der Kernschleifenstoffe vor sich gehen. Es sind nämlich 
bereits vorher die reduzierten Kernschleifen wieder auf das Doppelte 
herangewachsen, so daß sie bei der Vereinigung der Vorkerne 
bereits im Verhältnis zum Plasma zweimal zu groß sind (Schiffner 
1926, Ekman 1927) [XIV, 1—12]. Bei der weiteren Aufteilung 
des Eimaterials in Furchungskugeln abnehmender Größe findet 
hingegen eine Zunahme der Kernsubstanzen auf Kosten des 
Plasmas statt, so daß die Gesamtmenge der Kernsubstanzen am 
Ende der Furchung, in der Blastula, vielmals größer ist als jene 
im befruchteten Ei. Doch scheint es sich nur um eine V er Schiebung, 
nicht eine Zunahme des Nukleinsäuregehaltes zu handeln (Masing). 
(Literatur über Nukleoplasmabeziehung siehe noch Le Breton 
und Schaeffer 1923; Girard und Platard 1924; Fauré- 
Fremietl926; Janisch 1926, ferner über zyklische Perme¬ 
abilität von Eiern — Herlant 1918.) 
Mit der Ausbildung der freien Larve nimmt dann unter 
Nahrungsaufnahme die Größe der gebildeten Zellen wieder zu, 
bis ein gewisses Verhältnis zwischen Kern- und Zellgröße erreicht 
ist, um dann proportionalem Wachstume von Kernmasse und
        

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