Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 6. Zoonomie. Eine Zusammenfassung der durch Versuche ermittelten Gesetzmässigkeiten tierischer Formbildung (experimentelle, theoretische und literarische Übersicht bis einschliesslich 1928)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38678/231/
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der Verwandlung eingetreten waren. Tritt, wahrscheinlich infolge 
nicht völliger Exstirpation, Regeneration der Hypophyse ein, kommt 
es zu verspäteter Metamorphose (Schotte 1926, 95). Hypophys- 
ektomie bringt bei Salamanderlarven und reifen Tritonen Ver¬ 
langsamung oder Stillstand der Regeneration mit sich, nicht aber 
bei Larven von Tritonen. Hier genügt vielleicht die Thyreoidea 
allein zu ihrem Fortgange (Schotte 1926, 67; 1177). Exstir¬ 
pation der Schilddrüse unterdrückt Regeneration der Tritonen 
(W alter 1923), aber auch Hyperfunktion bei Thyroidinfütterung 
hemmt Regeneration der Beine gegenüber normalen (Pawlowsky 
1928). Auf die Furchung haben weder Thyreoidea noch Thymus¬ 
suspensionen Einfluß (Triton cristatus — Deutsch 1927). 
Man kann jeneürodelen, welche niemals wenigstens einen Teil 
des larvalen Charakters verlieren, in zwei Reihen stellen, von welchen 
die einen überhaupt in Metamorphose nicht eintreten, die echten 
„Perennibranchiata“, Necturus, Proteus, Typhiomolge, die anderen 
aber dieselbe beginnen, aber nie vollenden, „Derotremata“, Megalo- 
batrachus, Cryptobranchus, Amphiuma, ferner Siren und Pseudo- 
branchus. Könnte für die erste Gruppe eine Retention des 
Schilddrüsenhormons in der Drüse und eine durch Hypofunktion 
eingetretene Rudimentierung, für die zweite eine Vergrößerung 
mit Hyperfunktion nachgewiesen werden, so wäre ein Anhalts¬ 
punkt für das verschiedene Verhalten und phylogenetische Ab¬ 
leitungen gegeben (Versluys 1925). Untersuchungen an reichem 
Materiale haben keine Bestätigung gebracht. Obwohl weder Nec- 
turus (Jensen 1916; Swingle 1921, 83; 1922, 397), Proteus 
(Jensen 1926), noch Cryptobranchus, junge wie alte Siren und 
Pseudobranchus durch Jodothyrin- oder Thyroxinlösungen oder 
Fütterung mit Urodelenthyroiden zur völligen Ablegung der Larven¬ 
charaktere gezwungen werden konnten, haben doch alle diese Arten 
gutentwickelte Schilddrüsen. Verfütterung der Thyreoidea von Nec- 
turus punctatus, Cryptobranchus, Siren, Pseudobranchus an Axolotl 
bringt Verwandlung hervor (Noble 1924), ebenso Transplantation 
von Necturusschilddrüsen in Anurenlarven. Übrigens ruft auch 
Verpflanzung der Axolotlschilddrüse in letztere Verwandlung her¬ 
vor (Swingle 1922, 397). Ovarien oder Hoden des Kammolches 
(Triton cristatus — Aron 1925), von jugendlichen auf alte Exem¬ 
plare versetzt, reiften nicht früher als an ihrem ursprünglichen 
Standorte geschehen wäre (vgl. auch weiter unter Parabiose Am- 
blystoma tigrinum und punctatum — Burns 1925).
        

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