Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 6. Zoonomie. Eine Zusammenfassung der durch Versuche ermittelten Gesetzmässigkeiten tierischer Formbildung (experimentelle, theoretische und literarische Übersicht bis einschliesslich 1928)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38678/23/
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der Lysalbin- und Protalbinsäure sichtbar gemacht werden kann 
[I, 14]. Physiologisch kommen diese Hüllen als entgiftende Sub¬ 
stanzen in Betracht, denn sie nehmen elektiv schädliche Farb¬ 
stoffe auf und geben nur deren unschädlichen Bestandteil an das 
eingeschlossene Infusor weiter. So werden diese bei Zusatz von 
Kresylblau oder Viktoriablau nicht ebenso blau gefärbt wie die 
Hüllen, sondern erscheinen in violettrötlichem Tone. Erwärmung, 
welche auch als Erzeuger von Befruchtungsmembranen bei Eiern 
bekannt ist, bringt die Colpidien ebenfalls zur Hüllenbildung. 
Morphologisch sind die Hüllen interessant, weil sie eine ähnliche 
Form und Struktur haben wie natürliche Formen der Kysten 
und Gehäusebildung von Protisten. Dabei wechselt die Gestalt je 
nach dem äußeren Medium, der Reaktion z. B., in ganz ähnlicher 
Weise wie bei Hülsen und Röhren des Mycterothrix tuamotuensis, 
die je nach dem physiologischen Zustande des Protisten bald 
becherförmig, bald röhrenförmig sind. Chemisch ist der „Tektin“ 
benannte Hüllenstoff noch nicht genauer untersucht, doch ist er 
bei Colpidium schon gegen schwache Salzlösungen empfindlich, 
wird durch Alkalispuren, Alkohol und Azeton gelöst, dagegen 
durch Säuren fixiert. Viel widerstandsfähiger gegen Alkalien ist 
die Schutzhülle der Tillina magna und Bursaria truncatella. Die 
Schutzhülle entspricht der äußersten Kystenschicht bei Infusorien, 
welche sich zu enkystieren pflegen, z. B. Tillina. Das kystenlose 
Pantoffeltierchen scheidet keine zusammenhängende Schutzhülle, 
sondern die bereits im Körper vorgebildeten Tricho zysten aus, 
welche sich verfilzen und entgiftend unter Farbelektion wirken. 
Enzystierung wird bei Euplotes taylori (Garnjobst 1928) 
durch Verdunstung, Exzystierung durch Wasserzusatz herbei¬ 
geführt. Dabei findet Redifferenziation der verloren gegangenen 
Organellen statt. 
Schallwellen hoher Frequenz, die mit 750.000 Schwingungen 
für die Sekunde von rhythmisch elektrisierten Quarzkristallen aus¬ 
gesendet werden, töten alle Infusorien und koagulieren auch jedes 
andere Plasma (F. S c h m i 11 und Johnson 1928). Ultraviolette 
Strahlen verhindern in bestimmten Dosen die Trennung der Teil¬ 
produkte von Paramaecium caudatum (Hinrichs 1928).
        

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