Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 6. Zoonomie. Eine Zusammenfassung der durch Versuche ermittelten Gesetzmässigkeiten tierischer Formbildung (experimentelle, theoretische und literarische Übersicht bis einschliesslich 1928)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38678/223/
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Lepus — Locatelli 1924 fase. 4). Sympathikusdurchtrennung 
soll Wundheilung, Knocken- und Muskelregeneration noch be¬ 
schleunigen, was bei der reinen G-ewebsregeneration im Gegen¬ 
sätze zur Formbildung keinen Widerspruch zur Wirkung des 
Sympathikus bei den Urodelen bedeuten brauchte. Daß die Form¬ 
bildung nicht durch spezifische Nerven hervorgebracht wird, haben 
wir bereits früher für die Lurche (§ 4) erläutert. 
Während die G-anglien des Rückenmarkes für die Ausbildung 
und Regeneration von Gliedmaßen nicht erforderlich sind, ja ihre 
Abwesenheit nicht einmal eine Verlangsamung oder Verkleinerung 
mit sich bringt, ist umgekehrt die Größe und Ausbildung des 
Ganglions von der Beladung mit nervösen Endorganen motorischer 
Natur abhängig. Nach den ersten in bezug auf funktionelle Ver¬ 
bindung nicht befriedigenden Versuchen an Froschembryonen 
(Rana sp.? — Hooker 1917, 1922), durch Rotation von 
Medullarteilen eine abnormale Beladung von Ganglien mit Bein¬ 
nerven zu erreichen, sind namentlich am punktierten Axolotl 
solche Experimente ausgeführt worden, welche durchweg die 
Möglichkeit, quergestellte Medullarstücke (Amblystoma puncta- 
tum — Wieman 1922, 1925) zu verheilen, als auch beliebige 
Portionen miteinander zu vertauschen, sei es in richtiger Orien¬ 
tierung (Detwiler 1920; 1923, 339; 1924, 64, 87; 1925, 293; 
1926) [IX, 6], sei es in verkehrter mit Oppositionsstellung (Det¬ 
wiler 1923, 293; 1928, 191). Die ursprünglich dorsale Region 
behält ihren embryonalen Charakter (Co g hi 11 1924) mit starker 
Proliferation (Detwiler 1925, 333) länger bei als die ventrale, 
was bei Vertauschung zu unverhältnismäßigen Gangliengrößen 
führt. Exzision der einen oder beider Vorderbeinanlagen vor 
Auswachsen der Nerven vermindert die Anzahl der Zellen in den 
sensorischen, nicht aber in den motorischen Neuronen (Det¬ 
wiler 1924, 1). Letztere sind aber ihrer Größe nach reduziert, 
und zwar nach beiderseitiger Armexzision unverhältnismäßig 
mehr als nach einseitiger, was dem Ausfall querer Verbindungen 
zugeschrieben wird (Detwiler 1925, 291). Verletzung der Spinal¬ 
kette hat auf die Zunahme von Mitosen, nicht aber auf die end¬ 
liche Zahl der Neuronen Einfluß (Detwiler 1925, 297). 
Gliedmaßenknospen, welche weniger als 4 Somiten hinter die 
Armanlage transplantiert werden, werden resorbiert. Weiter rück¬ 
wärts entwickeln sie sich, erlangen aber keine Funktion, wenn sie 
mehr als 6 Segmente weit verschoben sind (Detwiler 1920, 117);
        

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