Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 6. Zoonomie. Eine Zusammenfassung der durch Versuche ermittelten Gesetzmässigkeiten tierischer Formbildung (experimentelle, theoretische und literarische Übersicht bis einschliesslich 1928)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38678/192/
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weitere Deutungsmöglichkeit die Wirksamkeit überheilenden Ek¬ 
toderms auf die Mesodermscheiben heranziehen, welche uns die 
Gleichgültigkeit der Einsetzung dieser mit innerer oder äußerer 
Eläche gegen den Körper zu (vgl. Przibram 1924, 604; S. 612), 
ebenso wie die konstante Aufwärtswendung des Ulnarrandes 
plausibel machen würde, insofern Proximandbildung nicht in 
Betracht käme. 
Bruchdreifachbildungen kommen bei den Amnioten in 
mannigfaltiger Abwechslung vor (vgl. Lacerta — Gräper 1909) 
[X, 9]; div. Pr zibr am 1921, 327; neuerdings: verdreifachter 
Schwanz bei Hühnchen — Droogleever 1927). 
Viel seltener sind bei den Wirbeltieren, sowohl Kalt- als 
Warmblütern meristische Heteromorphosen. Zwar kommen Ver¬ 
schiedenheiten in der Zahl der Wirbel und der Einlenkung der 
Gliedmaßengürtel an ihnen nicht selten vor (Lebedinsky 1925), 
über bisher scheint bloß einmal die Vertretung eines Armes durch 
«in Bein beschrieben zu sein. Es handelt sich um einen Triton, 
dem das im Oberarm abgeschnittene rechte Vorderbein an die 
rechte Wange gepfropft worden war. Während das Pfropfreis 
ein Spiegelbild der Hand erzeugte, wuchs der Oberarmstumpf 
zu einem der Struktur und Stellung nach typischem Hinterbeine 
.aus (Triton cristatus — Marcucci 1926). Eine analoge Operation 
an einer Hintergliedmaße lieferte zwar ein Régénérât mit nur 
4 Zehen, also dem Arme entsprechend, aber sonst war sie ein 
richtiges Hinterbein. Das Erlöschen der Regenerationsfähigkeit 
im „Extremitätenfeld“ macht sich bei den Eidechsen dadurch be¬ 
merkbar, daß frühes Schwanzregenerationsblastem an den Vorder¬ 
beinstumpf transplantiert sich nicht zu Arm ausbildet. Später 
wächst es zu Schwanz aus, es ist also die Wachstumsfähigkeit durch 
•die Operation nicht behindert (Lacerta — P. Weiß 1827, n. 9; 
über Eälle, in welchen es fast den Anschein hat, als ob an Stelle 
«ines Hinterbeines einer Eidechse ein Schwanz gewachsen wäre, 
.siehe oben unter § 2, Regeneration). 
Eine Heteromorphe einer Komponente bei Verdopplung der 
Vordergliedmaße ist an einer Ente (Anas boschas — Zenko- 
witsch 1922) beobachtet worden. Der eine Ast war als Euß aus¬ 
gebildet. Zum Schlüsse dieses Abschnittes sei einer bisher nicht 
weiter bestätigten Angabe (Peebles 1911) erwähnt, nach welcher 
um Ende des 4. Bebrütungstages vom Hühnchen entnommene 
Flügel- oder Beinanlagen sich bei Vertauschung ihres Standortes
        

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