Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 6. Zoonomie. Eine Zusammenfassung der durch Versuche ermittelten Gesetzmässigkeiten tierischer Formbildung (experimentelle, theoretische und literarische Übersicht bis einschliesslich 1928)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38678/177/
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Niere — Heidenhain 1921; Leber — Jacobi 1925; Pankreas — 
Neubert 1927) findet seine Anwendung auf die Zellteilungen des 
ganzen Körpers in der Gleichartigkeit der Mitosenverteilung in 
analogen Organen der beiden Körperbälften auf ein und demselben 
Entwicklungsstadium (Haut: Amblystoma — Häcker 1918; 
Kornea: Salamandra, Larva,— Kornfeld 1922; Blutkörperchen, 
Nervenzellen, Entoderm: Gallus, Embryo — Sabin 1920; Gehirn¬ 
blasen dess. — Frank 1925). Diese Gleichzeitigkeit der Teilungs¬ 
schritte macht sich noch später an denjenigen Wirbeltieren geltend, 
welche die Haut in einem Stücke periodisch abwerfen. Doch 
erstreckt sich die Erneuerung nur auf die oberflächlichste Schichte, 
weshalb mit zunehmender Zellenlagenanzahl eine Verdopplung der 
Epidermismasse, wenn sie (wie es bei den Arthropoden mit un¬ 
verkürzter Entwicklung [s. oben] der Fall ist) zur Häutung führt, 
nicht eine doppelte Gewichtsmenge Haut oder eine entsprechende 
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Hautlänge mit dem Quotienten j/2 = 1*26 liefert, sondern wesent¬ 
lich geringere Zahlen. Die Gewichte aus dem Ei gezogener 
Ringelnattern vergrößerten sich von Häutung zu Häutung 1-09 mal, 
die Häute selbst 1*11. Die dritte Wurzel würde also 1*026 
bzw. 1-036 betragen, eine Längenzunahme war aber überhaupt 
kaum meßbar (Tropidonotus natrix — Przibram 1914, An. H, 
552). Ähnliche Gewichtszunahmen des ganzen Tieres von Häutung 
zu Häutung zeigen Zahlen für den Molch, Diemyctylus viri- 
descens (Springer 1909). Diese geringe Zunahme kann auf die 
Anhäufung von Apoplasmen, wie Skelett, Sehnen usf., zurück¬ 
geführt werden, welche nicht teilungsfähig sind und keiner perio¬ 
dischen Auswechslung unterliegen. Aber auch andere Gewebsarten 
machen in postembryonaler Zeit nur geringe oder gar keine 
Teilungen mehr mit und deren Zellen wachsen doch weiter: vor 
allem sind dies die Ganglienzellen, deren Größe infolgedessen 
eine gewisse Korrelation zur Tiergröße aufweist (vgl. Form und 
Formel 1922, 78; Tab. biol. 332). Die Proportion des Hirn- zum 
Körpervolumen beruht also bei Vergleich von Arten großenteils 
nicht auf Verschiedenheit der Zellenanzahl, sondern der Zellgröße 
(Gehirnindex vgl. Dubois 1922; Tomasini 1922; Frechkop 
1927) . Rassen von Kaninchen verschiedener Körpergröße haben 
aber gleichgroße Eier und gleichgroße Zellen der Embryonen, 
so daß auch bei Gehirn- und Rückenmarkzellen die Anzahl, nicht 
die Größe der einzelnen Zelle vermehrt wird (Lepus — Painter 
1928) . Einzelne Sinnesorgane nehmen ebenfalls mit dem Alter
        

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