Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 6. Zoonomie. Eine Zusammenfassung der durch Versuche ermittelten Gesetzmässigkeiten tierischer Formbildung (experimentelle, theoretische und literarische Übersicht bis einschliesslich 1928)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38678/148/
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geschnittenen Zellen, der Uberhäutung (Sutherland 1915) und 
der Determination des Gebildes entsprechen dürfte. 
Die Plasmakernrelation ist größer während der Regeneration 
als sonst (Triton cristatus — Godlewski 1910,89), das Maximum 
liegt eine Woche nach der Amputation des Schwanzes (Salamandra 
maculosa, Larve — Godlewski 1910, 87). Die Wachstumszu¬ 
nahme der Schwanzregeiierate (Triton vulgaris — Kollmann 
1927) ist keine stetige, sondern eine rhythmisch erst rasch, dann 
langsam wechselnde. Hungern hebt die Regeneration nicht auf, 
verlangsamt sie aber, ohne den Kurvenverlauf zu ändern (T. cri¬ 
status — Morgulis 1912, 657). Die Regeneration von.Schwanz 
und Beinen des Molches (Diemyctylus viridescens — Stockard 
1910) wurde durch schwache Lösungen von Kaliumchlorid KCl 
beschleunigt, von CaCl2, weniger von Mg Cl2 gehemmt. Stoffe, welche 
die Oberflächenspannung herabsetzen, wie Natrium taurochlorici 
oder Natrium glycocholicum, 0’5 mol., beschleunigen Mitosen, 
Häutung, Wachstum und Regeneration (Triton taeniatus —Ye j- 
narovä 1924). Obzwar bei den Urodelen auch im arterwach¬ 
senen Zustande noch Regeneration des Schwanzes samt der 
Wirbelsäule und den Nerven möglich ist (Simoes-Rapo sa 1923), 
so ist doch die Wiedererzeugung stets an das Vorhandensein 
eines Teiles der Schwanzregion gebunden. Vom 19. Wirbel aus, 
dessen Nerv noch an der Belieferung des Hinterbeines teilnimmt, 
ist bloß unvollständige Regeneration erhalten worden, während 
die auch noch vor der Kloake liegenden Wirbel 20, 21, 22 bereits 
vollständige Schwänze wiedererzeugen. Vor dem 20. Wirbel tritt 
überhaupt keine Schwanzregeneration ein (Triton cristatus — 
Schotte 1926, 126; vgl. auch Duesberg 1922). ' 
Wurde an Kaulquappen des Discoglossus pictus (Comes 
1928, 180) das letzte Drittel des Hautsaumes am Schwänze ohne 
oder mit den anderen Teilen entfernt, so regenerierte es. Die Re¬ 
generation blieb aus, wenn der Hautsaum allein weiter proximal 
entfernt oder auch nur teilweise ausgeschnitten worden war. Die 
Chorda war weder hinreichend noch notwendig zur Schwanzsaunj*. 
regeneration. Da hei der Schwanzregeneration die Neuraltube" 
rascher wächst als die Chorda, verliert sie ihre Stütze und erscheint 
blasig aufgetrieben (Discoglossus — Comes 1928, 184), ähnlich 
wie bei der Neunaugenlarve (Ammocoetês branchialis — Berzo- 
lari 1928). 
Im Gegensätze zur leichten Regeneration des autotomie-
        

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