Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 6. Zoonomie. Eine Zusammenfassung der durch Versuche ermittelten Gesetzmässigkeiten tierischer Formbildung (experimentelle, theoretische und literarische Übersicht bis einschliesslich 1928)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38678/142/
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Durch Yitalfärhung ließ sich das der Herzanlage zunächst 
Hegende Areal als noch der Herzbildung fähig erweisen (Bom- 
binator pachypus, Bana esculenta — Ekman 1925). Anderseits 
ist wieder die Zeit der Anlagenentnahme dafür maßgebend, ob 
die 180° verdreht replantierte Herzanlage ortsgemäße Herzlage 
ergibt, nämlich bei Operation mit offener Medullarplatte oder 
herkunftsgemäße, wie auf dem Schwanzknospenstadium. Einen 
Übergang bildet das beginnende Schwanzknospenstadium, bei dem 
zwar nicht mehr 180°, wohl aber 90° Verdrehung noch normale 
Herzgestaltung ergibt (Triton cristatus, Bombynator pachypus 
Stöhr 1925). f 
Auch beim Hühnchen im Ei können durch Teilung mittels 
Drahtauflage Doppelherzen erzeugt werden (Gallus — Gräper 
1907). 
Die Leberanlage ist ebenfalls fähig, mehr als eine Leber 
samt Gallenblase zu liefern. Bei Entnahme der vorderen oder 
hinteren Hälfte der Leberanlage findet Verdopplung der Gallen¬ 
blase statt; aus dem allerhintersten Teile bildet sich nur die 
Gallenblase allein (Bombinator pachypus — Holtfretei 1925, 
368). Implantate des vorderen Teiles der Leberanlage von 
Molchen (3 sp.) oder Unken in Bombinator pachypus bilden auch 
die Gallenblase aus, obzwar diese normalerweise aus der hinteren 
Hälfte der Leberanlage entsteht (das. 366). Bei Verdopplung der 
Gallenblase kranial und medial der normalen wird ein gemein¬ 
samer Ductus holedocus ausgebildet (das. 367). Solche Exemplare 
konnten bis über die Verwandlung aufgezogen werden. Die Ver¬ 
dopplungen werden aus übermäßigem Wachstume aus den Leber¬ 
wunden zu erklären gesucht (das. 369). * In regeneriertem oder 
transplantiertem Pankreas von Amphibien (Rana fusca, Triton — 
H. Eischer 1911) konnten neuaufgetretene Langerhansehe 
Drüsen nicht gefunden werden. 
Bei Säugetieren ist der in die Mamma implantierte Magen 
(Canis familiaris — Ivy und Earrell 1926, 226) ebenso wie 
der an gleichen Ort gesetzte Pankreas (1926, 474) ohne Eunk- 
tionsverlust erhaltungsfähig. Vom transplantierten Pankreasgang 
wird Pankreasgewebe regeneriert (Canis — Shaw und Latimer 
1926). Das Kaninchen widersteht vitaminfreier Kost. Es enthält 
eine bestimmte Bakterienart in seinem Wurmfortsätze, die ihm Zu¬ 
fuhr von Nukleinsubstanz ohne Vitaminanwesenheit bereitet. Um zu 
sehen, ob bei Entfernung des Blinddarmes die Resistenz gegen
        

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