Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 6. Zoonomie. Eine Zusammenfassung der durch Versuche ermittelten Gesetzmässigkeiten tierischer Formbildung (experimentelle, theoretische und literarische Übersicht bis einschliesslich 1928)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38678/124/
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<^uappenlarve entwickelt, die ein aktives, freischwimmendes Leben 
für eine bestimmte Zeit führt, nach welcher, durch Verwandlung, 
die definitive sessile Form der Spezies angenommen wird. Die 
Dauer der freischwimmenden Periode der Larven mehrerer Arten 
ist bestimmt worden und es wurde gefunden, daß sie nach der 
Spezies variiert und innerhalb der Art die für andere Charaktere 
derselben gültige Variabilität aufweist. Während des Sommers 
1927, wurde im Tortugas-Laboratorium die Länge des Lebens 
der Larve von Symplegma viride in der gewöhnlichen Weise zu 
bestimmen getrachtet, aber, obzwar mehrere hundert Larven beob¬ 
achtet wurden, konnte die Lebensdauer der mehr als hundert 
Metamorphosen zeigenden Larven in eine normale Frequenzkurve 
nicht angeordnet werden. Zahlreiche Versuche, in denen Larven 
verschiedenen Lichtintensitäten ausgesetzt wurden, ließen die Tat¬ 
sache feststellen, daß Exposition der Larven in direktem Sonnen¬ 
licht zwischen 9 und 11 Uhr an einem wolkenlosen Tage für un¬ 
gefähr 15 Minuten zu einer Epidemie normaler Metamorphosen 
führt und daß die Larven, in einer Dunkelkammer gehalten, ihre 
Larvenform mehr als zwei Tage lang beibehalten und schließlich 
ohne Veränderung absterben“ (Grave 1927). 
Corella willmeriana (Child 1927,467) findet sich in schwach 
beleuchteten Meeresstellen, horizontal an vertikale Flächen ange- 
geheftet [VII, 5]. Die Eier werden in das Atrium äusgestoßen 
und daselbst wahrscheinlich auf Lichtreiz der aufgehenden Sonne 
hin besamt, denn im Laboratorium wird durch Auf drehen von 
Licht Besamung ausgelöst. Die Eier entwickeln sich normaler¬ 
weise im Atrium bei einem p H von 7’0 bis 7*4. Doch ist nicht 
die Wasserstoffionenkonzentration seihst, sondern die Produktion 
von C02 für den normalen Ablauf der Entwicklung maßgebend. 
Wird diese Kohlendioxydkonzentration geändert, so kommt es 
nicht zu schwimmenden Larven, sondern der Schwanzteil bildet 
sich bei weniger starker Abnormität gekrümmt aus, oder es unter¬ 
bleibt, bei stärkster Einwirkung C02 verändernder Außenfaktoren 
und bei Ausschütteln der Kohlensäure überhaupt, die Ausbildung 
des geschwänzten Stadiums. Die Anwendung der Kaliumperman¬ 
ganatreduktion zum Sichtbarmachen der metabolischen Gradienten 
zeigt, daß auf ein Entwicklungsstadium mit antero-dorsalem 
Stoffwechselmaximum ein zweites folgt mit disto-proximalem Fort¬ 
schreiten eines Gradienten vom Schwanzende aus. Diese poste¬ 
rioren Stellen höchster Empfindlichkeit gegen Reduktionsmittel 
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