Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 6. Zoonomie. Eine Zusammenfassung der durch Versuche ermittelten Gesetzmässigkeiten tierischer Formbildung (experimentelle, theoretische und literarische Übersicht bis einschliesslich 1928)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38678/123/
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bis die Regenerate jeweils wieder normale Länge erreicht und die 
Proportionen des Tieres sich völlig wiederhergestellt hatten, als 
auf eine Rassendifferenz. Übrigens war Neigung der Neapler 
Form zur Bildung langer Röhren [VII, f] bei Anwesenheit 
üppiger Algennahrung in stehendem Wasser beobachtet worden 
(Fuchs-Fox 1914, 429). Diese langröhrigen Exemplare stellten 
auf Rückversetzung in das zirkulierende Leitungswasser durch 
rascheres Rumpfwachstum das normale SiphonenVerhältnis bald 
wieder her. Kontrollversuche zeigten, daß wirklich die Algen, 
nicht der Unterschied in der Zirkulation oder die Verschieden¬ 
heit der Wasserstoffionenkonzentration, Ursache der abnorm langen 
Siphonen gewesen waren (Fox 1924). 
§ 4. Vitalität. 
Messungen an Tunikaten sind spärlich. Es ist nur eine 
einzelne Tabelle über die Abnahme der Kerngröße in den Fur¬ 
chungsstadien bis zu 256 Zellen und die Zunahme des totalen Vo¬ 
lumens der Kernmassen zu erwähnen (Styela = Cynthia partita — 
Conklin 1912,43), ferner die Bestimmung der Periodizität der 
Größengruppen von Kettengliedern bei geselligen Salpen (Salpa 
fusiformis-runcinata; S. zonaria-cordiformis; S. cylindrica — J ohn- 
son 1910; Cytosalpa affinis — Ritter und Johnson 1911). 
§ 5. Funktion. 
Ciona ist sehr lichtempfindlich. Doch sind die als „Ocelli“ 
bezeichneten roten Punkte um die Siphonöffnungen keine Licht¬ 
sinnesorgane. Sensitiv ist die Neuralmasse selbst, das blendend¬ 
weiße Ganglion, ohne Pigment in der sensiblen Region. Auf Be¬ 
lichtung werden die Siphonen rasch eingezogen. Direkte Be¬ 
lichtung der Ocellen mit einem Lichtstrahlenbündel ruft keine 
solche Retraktion hervor, Entfernung aller Ocellen hindert die 
Reaktion hingegen nicht. Die Reaktionszeit ist bei gleicher Licht¬ 
intensität an ein und demselben Exemplar unabhängig von der 
Tageszeit. Nach Exposition erfolgt die Reaktion auch im Dunkeln. 
Die Latenzperiode ist für alle Lichtintensitäten konstant = 1*76 Se¬ 
kunden. Je kürzer die Expositionszeit, um so länger dauert die 
Reaktionszeit, dem Bunsen-Roscoeschen Gesetze entsprechend. 
Bei der Dunkeladaptation ist die Reaktionszeit zuerst groß, fällt 
dann ab und erreicht ein konstantes Minimum (Hecht 1918). 
„In der Ontogenie der Aszidien wird gewöhnlich eine
        

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