Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 6. Zoonomie. Eine Zusammenfassung der durch Versuche ermittelten Gesetzmässigkeiten tierischer Formbildung (experimentelle, theoretische und literarische Übersicht bis einschliesslich 1928)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38678/109/
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eine abnorme Anordnung zu bringen, haben übereinstimmend ge¬ 
zeigt, daß zwar eine Schichtung solcher Stoffe durch die Zentri¬ 
fugalachse erzwungen werden kann, aber auf die Lage und end¬ 
liche Gestalt des Embryos nicht von Einfluß ist [VI, 6] (Cumin- 
gia — Morgan 1908; 1910, 593; Physa ancillaria, Lymnaea 
catascopium — Conklin 1910, Crepidula plana — Conklin 
1912). Die Furchen können in jeder beliebigen Stellung zu den 
getrennten Substanzen auftreten, die spirale Furchung erleidet hie¬ 
durch keine Veränderung und man erhält den Eindruck, wie wenn 
sich unbekümmert um die sichtbare Schichtung eine von Anfang 
an gegebene bilateral-asymmetrische Struktur erhalten hätte, die für 
die Gestalt maßgebend ist. Derselbe Schluß war durch die voll¬ 
kommene Übereinstimmung der Zellaufteilung bis zum 60-Zellen- 
stadium, bei den sehr dotterreichen Eiern von Fdgur carica mit 
jener der dotterarmen, vorerwähnten Arten nahegelegt worden 
(Conklin 1907). Man darf sich aber diese ursprüngliche An¬ 
lage der Polarität nicht etwa in dem Sinne vorstellen, als ob aus 
jeder Stelle des Eies nur ein ganz bestimmtes Organ hervorgehen 
könnte. Wenn Eier des Elefantenzahnes, Dentalium entale, durch 
Eindringen zweier Spermatozoen zur Ausbildung von zwei Keimen 
gebracht werden [VI, 1], so werden gleich bei der frühen Furchung 
je zwei AB- und je zwei CD-Zellen gebildet. Diese Zwillingsan¬ 
lagen werden zu vollständigen Larven, die beide zu schwimmen 
beginnen, bis auf den mißgebildeten Wimperring nichts Abnormales 
aufweisen. Es ist also möglich, aus einem Ei zwei Dentalien halber 
Größe zu erhalten. Also muß bei symmetrischer Teilung der Ei¬ 
masse aus der einen Hälfte nicht nur das entstehen, was bei ein¬ 
facher Besamung daraus geworden wäre, sondern auch jeweils die 
zweite Hälfte (Schleip 1925). Weitgehende Mosaikentwicklung 
findet sich bei den Zephalopoden (Loligo, Sepia, Sepiola — 
Kanzi 1928). 
§ 2. Regeneration. 
Trotzdem Naturfunde offenbar regenerierender Zephalopoden- 
arme wiederholt gemacht worden sind (vgl. 2, 127), wollten Ex¬ 
perimente wegen der schlechten Haltbarkeit der Kopffüßler im 
Aquarium lange nicht gelingen. Über Mißerfolg berichtete noch 
ein Forscher (Hank6 1913), der an einem Octopus vulgaris einen 
gespaltenen Arm beobachtet hatte, an dessen dorsalem, schmäleren 
Aste die Saugnäpfe ebenso ventral wie am normalen angeordnet
        

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