Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 4. Vitalität. Eine Zusammenfassung der durch Versuche ermittelten Gesetzmässigkeiten tierischer Lebenszustände (Kolloidform, Wachstum, Bewegung)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38677/95/
Wachstum. 
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einer Periode mit Größenzunahme ohne Wechsel in der Differen¬ 
zierung im Verhältnis zum Wachstum der plasmatischen Stoffe 
und der kohlenstofffreien Asche sich gleich bleibt oder wechselt. 
Untersuchungen an den 4 reinen Raupenperioden des Seiden¬ 
spinners zeigen den Wassergehalt von 85, 85, 87 und 88% gegen¬ 
über dem Wassergehalt eben geschlüpfter Raupen von 76, der 
verpuppungsreifen von 79, der Puppen von 79 und der Falter 
von 75% und die kohlenstofffreie Asche von 10, 9, 9, 9% eben¬ 
falls fast gleich, während die entsprechenden Prozente für die 
anderen Entwicklungsperioden 7, 5, 5, 5% betragen (abgerundet 
nach Kellner 1887). 
Bei frisch gehäuteten Carcinus maenas beträgt ohne Rück¬ 
sicht auf ihre Größe der Trockensubstanzgehalt 12 bis 13%, 
während derselbe hei Tieren, welche zwischen den Häutungs¬ 
perioden stehen, im Mittel 33% erreicht; der Chitingehalt, welcher 
unmittelbar nach der Häutung sehr gering ist, erreicht nach 
10 Tagen über 1% (v. Schönborn 1912). Findet Wachstum 
ohne Differenzierungswechsel und ohne Ballastanhäufung statt, 
so geht also die Wasserzunahme der Zunahme plasmatischer 
Substanz parallel, wobei allerdings der Wassergehalt dann schein¬ 
bar steigt, wenn gerade die apoplasmatischen Substanzen durch 
Abwurf beseitigt worden sind. 
Bleibt bei anderen Tierarten der Ballast im Körper, so 
muß hierdurch eine Abnahme des Wasserzuwachses vorgetäuscht 
werden, wenn derselbe der plasmatischen Neubildung proportional 
erfolgt. So nimmt der Wassergehalt des Gehirnes vom 5. bis 
105. Tag des Rattenlebens ($) von 87-4 bis 78, jener des Rücken¬ 
markes von 84'8 bis 70'8% ab, und der Wassergehalt des Ge¬ 
hirnes sinkt bis zum 305. Tage weiter auf 77*4, jener des 
Rückenmarkes auf 68-2 (Donaldson 1910 Albino, D. u. 
Hatai 1911). 
Beim Hühnerei sinkt der Wassergehalt vom 3. Tage, wo 
er 90% beträgt, bis zum 11. Tage auf 59% (Pott 1879) und 
im Hühnerembryo, wo er am 7. Tage noch fast 93% ausmacht, 
am 14. Tage auf 87%» am 21. auf 80%> während die organische 
Substanz auf 62, 11*5, 17*3°/0, die kohlenstofffreie Asche auf 
0*98, 1 *21, 2'32% ansteigt (Liebermann 1888). Froscheier 
ergaben 56% Wasser, dagegen die Kaulquappen 93% auf 90% 
fallend, die verwandelten Frösche 77% (Baudrim ont und 
Saint-Ange 1847, 1851; ferner Bialaszewicz 1908).
        

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