Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 4. Vitalität. Eine Zusammenfassung der durch Versuche ermittelten Gesetzmässigkeiten tierischer Lebenszustände (Kolloidform, Wachstum, Bewegung)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38677/63/
Lebensgrenzen. 
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c) Fällung (und Sahbüduug). 
Giftwirkungen von Metallsalzen, Laugen und Säuren be¬ 
ruhen einerseits auf der Bildung von Salzen mit den Protei'n- 
körpern, wodurch das Gefüge derselben lebensunfähig werden 
kann, anderseits auf der Fällung der Protemkörper aus ihrer 
Lösung. So geht das lebende Protoplasma von Paramaecium mit 
Säuren (HCl und H2S04) und Alkalien (KOH und NaOH) Ver¬ 
bindungen ein, wobei Wasserstoff (H ) und Hydroxil- (OH (Ionen 
verschwinden. Chlorionen bleiben hingegen in dem noch lebenden 
salzhaltigen Protoplasma, werden aber nach Verletzung oder Tod 
desselben an das äußere Mittel abgegeben (Barratt 1905). 
Für Infusorien werden die folgenden letalen Minimaldosen 
angegeben: Hydrargyrum bichloratum 0-002%? Salicylsäure 0-05%, 
Benzoösäure 0-08%, Salzsäure 0-04% (Korentschewsky 1903); 
insbesondere auch für Paramaecium Salz-, Salpeter-, Schwefel¬ 
und Ameisensäure in 1 Minute, Kali-, Natron- und Lithiumlauge 
erst in lOmal stärkerer Konzentration in 5 Minuten (Barratt 
1904); noch stärker als Schwefelsäure wirkt schwefelige Säure; 
Silbernitrat 0-002%, Zinksulfat 0-01% in 24 Stunden (Bokorny 
1896); Zink- ebenso wie Eisenvitriol, Kali-Chromalaun und unter¬ 
schwefligsaures Natron 20% in 2 Minuten, Kupfersulfat 0-3% 
sofort, Zinkchlorür 10% in x/2 Minute, Quecksilberchlorid 0-012% 
in 1 Minute, Essigsäure 0-06%? 4% verdünnte N05-Säure vom 
spez. Gew. 1-045 und 3%-S03 von gleichem Gewichte sofort 
(Binz 1867), Lithiumchlorid 0-3% (Balbiani 1899); für Col- 
pidien Zitronensäure 0-1% in 24 Stunden (Bokorny 1896). 
Das Essigälchen, Bhabditis aceti, widersteht 4% Essigsäure 
(L o e w 1893). Der Spulwurm Ascaris lumbricoides starb in 
l%iger Kochsalzlösung mit Zusatz von 0-8°/0 Schwefelsäure in 
1% bis 2 Stunden, Natronlauge 1% in 5 bis 7, kühlensaures 
Natron 5-8% in 5 bis 6, kohlensaures Kali 5% in 3 bis 18, 
Salicylsäure konz. in 1 bis 3, Sublimat 0-1% in 1 Stunde 
(Schröder 1885). Oxalsäure, 0*01 g ist für einen Frosch 
mittlerer Größe letal, Malonsäure hat eine doppelt, Bernstein¬ 
säure eine 4- bis 5mal so hohe Maximaldosis und ähnlich ver¬ 
halten sich die analogen Natronsalze (He y mans 1889). Die 
Alkalimetalle Lithium, (Natrium), Kalium, Rubidium, (Caesium), 
als Chloride in Lösung gebracht, entfalten im allgemeinen eine 
ihrem Atomgewichte verkehrt proportionale Wirkung bei In¬ 
jektion unter die Haut von Nacktschnecken, Krebsen, Fischen
        

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