Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 4. Vitalität. Eine Zusammenfassung der durch Versuche ermittelten Gesetzmässigkeiten tierischer Lebenszustände (Kolloidform, Wachstum, Bewegung)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38677/109/
Bewegung. 
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Frösche bei 2*3 bis 4-7 ô (Blasius u. Schweizer 1893), die 
Axolotlarve (Amblystoma — Loeb u. Garre y 1896) und 
5tägige Rana-Kaulquappen (Ewald 1894). Doch treiben sehr 
schwache Ströme, am Schwänzende eintretend, die Kaulquappen 
durch Erregung des Gehirnes ohne Richtunggebung zur Kathode, 
was die negative Galvanotaxis, welche bei 0-3 bis L5 ô beob¬ 
achtet worden war (Hermann u. Matthias 1894), aufklärt 
(Ewald 1894). 
7. Phototaxis. 
Reize strahlender Energie gehen in der Natur hauptsächlich 
von der Sonne aus, daher meist an Stelle von Phototaxis der 
Ausdruck „Heliotaxis“ Verwendung findet. Subjektiv empfinden 
wir Wellenlängen innerhalb 0-8 und 0’4 q als Licht, während 
wir die ultraroten Wellenlängen über 0*8 und die ultravioletten 
Wellenlängen unter 0'4 (.i nicht wahrzunehmen vermögen. Da 
die ersteren Wärme, die letzteren chemische Wirkungen hervor¬ 
bringen und auch die lebende Substanz zu verändern imstande, 
sind, so ist es gewiß nicht ausgeschlossen, daß andere Organismen 
als wir mit anders konstruierten Sehorganen, besser „photo- 
rezeptorischen“ Organen, ausgestattet, auch direkt andere Wellen¬ 
längen als Lichtqualitäten zu perzipieren imstande sind. Auf diese 
ganze Frage soll, wie auf die Frage nach dem Farbensinne der 
Tiere, nicht an dieser Stelle, sondern erst bei Besprechung der 
„Funktion“ eingegangen werden. 
Wir bezeichnen als positive Phototaxis die Wanderung zur 
Lichtquelle, als negative die Wanderung von der Lichtquelle 
weg. Man hat mehrfach eine Trennung zwischen „Unterschieds¬ 
empfindlichkeit“ und Reaktion auf Strahlenrichtung gemacht und 
bloß die letztere als Phototaxis bezeichnet, während die An¬ 
sammlung an stärker belichteten Stellen diffusen Lichtes als 
„Photophilie“, jene an schwächer belichteten Stellen als „Photo¬ 
phobie“ beschrieben wurde. 
Ich habe mich nicht davon überzeugen können, daß die 
hierfür geltend gemachten Gründe zu Recht bestehen. 
Loeb führt in allen einschlägigen Schriften einen Versuch 
mit Porthesiaraupen an, der von ausschlaggebender Bedeutung 
sein soll. Wird ein Fenster in horizontaler Richtung zur Hälfte 
abgeblendet, so daß durch die obere Hälfte direktes Sonnenlicht, 
durch die untere diffuses Tageslicht in das Zimmer einfällt und
        

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