Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 3. Phylogenese. Eine Zusammenfassung der durch Versuche ermittelten Gesetzmäszigkeiten tierischer Art-Bildung (Arteigenheit, Artübertragung, Artwandlung)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38676/73/
66 
Bastardierung. 
und ein gebändertes schwarzlippiges, also nemoralis gleichendes 
Exemplar auf. 
Eiese Ausnahmsfälle würden eine ungezwungene Erklärung 
finden, wenn es hei den Tachea-Arten Selbstbefruchtung geben 
würde, die dann für die rein mütterliche Nachkommenschaft allein, 
für die gemischte mit verantwortlich wäre. Lang fand nun 
allerdings nicht den geringsten Anhaltspunkt dafür, daß bei seinen 
Schnecken Selbstbefruchtung vorkäme, doch hat er verhältnis¬ 
mäßig wenige Exemplare vom Ei an insoliert aufgezogen, und 
bei anderen Schnecken ist neuerdings die Fruchtbarkeit solcher 
isoliert erzogener Exemplare konstatiert worden (Limnaea — 
Ziegeler 1908). 
Aus der Paarung seiner Bastarde erhielt Lang trotz jahre¬ 
langer Bemühungen bloß einmal ein Junges, das leider früh ver¬ 
loren ging. 
Bei der „Paarung“ ungebänderter Bastarde mit gebänderten 
Helix nemoralis oder Helix hortensis erwiesen sich die Jungen 
als ungebändert. Auch hier konnten nicht viele Junge und diese 
nicht bis zur Geschlechtsreife erzogen werden. Wir wenden uns 
daher zu der Kreuzung der Varietäten innerhalb einer und der¬ 
selben Art (Lang 1904). 
Ebenso wie bei den Artkreuzungen schlägt Rot die gelbe 
Farbe bei Paarung von zwei Helix hortensis, Bänderlosigkeit die 
Bänderung [VIII, 7 erste und zweite Horizontalreihe] bei zwei 
Helix hortensis (oder zwei Helix nemoralis; auch Hartwig 
1889, Lang 1906). Doch kann eine, wahrscheinlich nicht rasse¬ 
reine ungebänderte Helix hortensis mit einer fünfb änderigen auch 
zur Hälfte fünfbänderige ergeben. 
Die Kreuzung von zwei fünfbänderigen Helix hortensis 
untereinander [VIII, 7 dritte Horizontalreihe, rechts] ergab 
stets fünfbänderige [vierte Horizontalreihe rechts] (auch Sei¬ 
bert 1870). 
In einem einzigen Falle war das mittlere Band ausgeblieben 
(vierbänderige „Mutation“) [VIII, 7«]. 
Die Kreuzung von zwei ungebänderten Helix hortensis 
ergibt entweder bloß ungebänderte Nachkommenschaft [VIII, 7 
dritte und vierte Horizontalreihe links] oder zu einem Viertel 
gebänderte [VIII, 7 dritte und vierte Horizontalreihe Mitte 
oder zweite und dritte Horizontalreihe] (auch Helix nemoralis 
— Arndt 1877).
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.