Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 3. Phylogenese. Eine Zusammenfassung der durch Versuche ermittelten Gesetzmäszigkeiten tierischer Art-Bildung (Arteigenheit, Artübertragung, Artwandlung)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38676/44/
Bastardierung. 
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ohne Zusammenfließen der weißen Flecken, in F2 82 ohne, 
35 mit Vereinigung der ersten Fleckenpaare (Lutz 1908 Psyche). 
Sehr ausgedehnte Experimente liegen für gewisse Blatt¬ 
käfer vor. 
Tower (1906) verwendet die Gattung Leptinotarsa in zwei 
Arten, Leptinotarsa decemlineata und Leptinotarsa multitaeniata. 
Der gewöhnliche Kolorado-Kartoffelkäfer, Leptinotarsa decem¬ 
lineata [IV, 3] bildet gelegentlich die seltenen Aberrationen pallida 
[IV, 3 a], tortuosa, melanicum, rubrivittata und andere mehr in 
einzeln auftretenden Stücken. Wo ein Pärchen derselben Aber¬ 
ration zu gleicher Zeit zusammengebracht werden konnte, zogen 
sie rein weiter. Bei Kreuzung der Stammform mit irgendeiner 
dieser Aberration erwies sich jene stets als dominant, indem die 
erste Nachkommengeneration [FJ durchweg ihre Charaktere trug 
und dann eine Aufspaltung bei den weiteren Generationen in 
etwa s/4 typische und */4 Exemplare der verwendeten Aberration 
eintrat [IV, 3 F2], während die extrahierten aberrativen unter¬ 
einander stets rein weiterzogen [IV, 3 F3 rechts]. Eine Modi¬ 
fikation dieses Schemas wies die Aberration rubrivittata inso¬ 
fern auf, als die erste Nachkommen generation und die ihr 
gleichenden abgeleiteten Formen nicht völlige Dominanz der 
decemlineata zeigten, sondern auch Anklänge an rubrivittata er¬ 
kennen ließen. 
Ebenso verhielt sich die Kreuzung der Stammform der 
zweiten Art, Leptinotarsa multitaeniata [IV, 4], mit der ab. 
melanothorax [IV, a\. 
Anscheinend noch größere Komplikation bietet die Kreuzung 
derselben Art, Leptinotarsa multitaeniata, mit einer andern Aber¬ 
ration, rubicunda [IV, 5 a]. Hier treten ebenfalls in der ersten Nach¬ 
kommengeneration durchweg intermediäre Formen auf, die 
aber in der zweiten Generation in rubicunda (etwa 1/i), Inter¬ 
mediärformen (etwa V2) und typische multitaeniata (etwa 1/4) 
[IV, 5 F2] sich spalten. 
Mc. Cracken (1905—1907) benutzte ebenfalls Blattkäfer 
zu Kreuzungsversuchen. Bei Melasoma scripta (= Lina lapponica 
1905) schlug gesprenkelt [IV, 6 S] die schwarze [IV, 6 B] 
Farbe, bei Gastroïdea dissimilis (1906) schwarz die grüne; bei 
beiden Arten ist die dominante jene, die in der Ontogenie aller 
Exemplare auftritt und dann bloß bei einem Teile derselben in 
die zweite Alternative übergeht. Während in der zweiten Bastard-
        

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