Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 3. Phylogenese. Eine Zusammenfassung der durch Versuche ermittelten Gesetzmäszigkeiten tierischer Art-Bildung (Arteigenheit, Artübertragung, Artwandlung)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38676/41/
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Bastardierung. 
Forscher nicht nur das Eindringen des Spermatozoons und die 
Verteilung des väterlichen Chromatins bei der ersten und weiteren 
Teilung histologisch zu verfolgen, sondern auch der wichtige Nach¬ 
weis, daß kernlose Eibruchstücke von Echinus, mit Antedonsamen 
befruchtet, ebenso wie mit Echinussamen befruchtet, rein mütter¬ 
liche Charaktere auf weisen. Namentlich tritt das charakteristische 
Mesenchym in zwei Gruppen angeordnet auf und der Urdarm 
hat die für den Seeigel (Echinus) eigentümliche Wanderung nach 
der Vorderwand durchgemacht. Leider blieben diese merogonen 
Bastarde bloß bis zum Gastrulastadium am Leben, so daß es 
noch nicht mit Sicherheit sich entscheiden läßt, ob später ein 
Einfluß des väterlichen Kernes hervortritt. Ein ganz ähnliches 
Resultat wie Godlewski hat vielleicht Rawitz (1901) bei 
seinen Versuchen, unreife Eier von Holothuria mit Strongylo- 
centrotus- respektive Sphaerechinussamen zu befruchten, erhalten. 
Er hatte bekanntlich den Kern durch chemische Mittel zum 
Austritte aus dem Ei bewogen und das völlig kernlose Ei 
furchte sich nun unter dem Einflüsse des eingedrungenen Seeigel¬ 
spermatozoons, nach den Abbildungen Rawitz’ zu schließen 
[III, 56], so wie ein normales Holothurienei, also wieder nach 
der müttertichen Art und Weise, da bei Seeigeleiern eine bedeu¬ 
tendere Verschiedenheit in der Größe der Blastomeren zu er¬ 
warten gewesen wäre [III, 5a]. Demnach wäre der mütterliche 
Kernanteil für das Hervortreten der mütterlichen Eigenschaften 
am Ei bei heterogener Besamung nicht unerläßlich. Bestätigt 
sich, wie es den Anschein hat, dies auch noch fernerhin bei 
Merogonieversuchen, so hätten wir dem heterogenen Spermakerne 
die Rolle eines Stoffwechselorganes zuzuschreiben, das nicht 
imstande ist, die erblichen Potenzen des Plasmas zu modifizieren. 
b) Art- und Rassenkreuzung bei Insekten, exklusive 
der Lepidopteren. 
Außerhalb der später ausführlich zu behandelnden Schmetter¬ 
linge haben unter den Insekten noch Gottesanbeterinnen, Köcher¬ 
fliegen, Blattläuse, Käfer, Bienen und Fliegen zu Kreuzungs¬ 
versuchen gedient. 
1. Orthoptera. 
Wurde die ägyptische Gottesanbeterin Sphodromantis biocu- 
lata $ durch künstliche Einführung eines Spermatophors der euro-
        

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