Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 3. Phylogenese. Eine Zusammenfassung der durch Versuche ermittelten Gesetzmäszigkeiten tierischer Art-Bildung (Arteigenheit, Artübertragung, Artwandlung)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38676/246/
Die Umformung- der Tierwelt durch äußere Faktoren. 
239 
b) Bei direkter Einwirkung der Elektrizität auf Schmetter- 
lingspuppen treten Defektbildungen, verwaschene Stellen u. a. auf 
(Vanessa urticae). 
7. Licht und sonstige strahlende Energie. 
a) Viele Tiere erfreuen sich des Sonnenscheines und sind im¬ 
stande, vom Lichte verschiedener Qualität und Quantität Eindrücke 
zu empfangen, nehmen vielfach die Farben ihrer Umgebung an: 
hier hebt sich eine Raupe kaum vom Grün des umgebenden Laub¬ 
werkes ab (Tephroclystia), dort kopiert eine Kröte oder ein Molch 
den roten, gelben oder schwarzen Ton der Erde (Salamandra, 
Bufo). Die erworbenen Farben übertragen sie ihren Nachkommen. 
Vor dem Eingänge zu einer Höhle leben noch im Lichte 
Krustazeen, Collembolen, Fische und Amphibien mit frischen 
Farben und gutausgebildeten, pigmentreichen Augen. Aber wie 
sie in das Innere der Höhle eindringen, in die ewige Nacht, 
verlieren sie das Pigment, dissoziieren sich die Elemente ihrer 
Augen, und sie verwandeln sich in bleiche, blinde Zerrbilder ihrer 
lichtgenießenden Verwandten (Gammarus, Isotoma, Cyprinus (?), 
Proteus). 
b) Neue Strahlen entdeckt der Mensch und erprobt dieses 
Agens an Tieren; aus den röntgenbestrahlten Vätern und Müttern 
werden mißbiidete Junge gezeugt (vgl. 1. Band: Embryogenese 
Seite 102, Bardeen). 
c) Im Dunkeln lebende Tiere, welche noch nicht die Augen 
verloren haben, werden nach einigen Generationen gleichgültiger 
gegen das Licht, langsamer im Aufsuchen der ungewohnten 
Lebensquelle (Drosophila). 
8. Wärme. 
a) Ein wärmeres Klima bricht herein; die Tiere hüllen sich 
in schärfere Farbentöne, dunkelschwarz kriechen Käfer umher 
(Kartoffelkäfer, Marienkäfer), sonnen sich Echsen auf durchglühten 
Felsen (Eidechsen); schwarz-weiße (Nymphalidae, Abraxas) oder 
leuchtend rote Falter (Vanessa ichnusa) beleben die Luft; prächtig 
schillernde Vögel (Tauben) bevölkern den feuchtwarmen Wald. 
Weiter gegen den Pol dringt die Wärmewelle; Eis und 
Schnee verschwinden und mit ihnen das weiße Kältekleid 
(Lemming, Schneehase) und die übrigen dichten Pelze (Schafe, 
Mäuse, Ratten u. v. a.). Rascher entwickeln sich die Generationen
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.