Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 3. Phylogenese. Eine Zusammenfassung der durch Versuche ermittelten Gesetzmäszigkeiten tierischer Art-Bildung (Arteigenheit, Artübertragung, Artwandlung)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38676/137/
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Vererbungsregeln (Theorie). 
Halbierung der .Kernmasse kann ja tatsächlich bei jedem Samen 
und jedem Ei in reifem Zustande dadurch erwiesen werden, daß 
die Anzahl der Kernschleifen oder Chromosomen in diesen Keim¬ 
zellen bloß die Hälfte jener in einer jeden Körperzelle des Elters 
ausmacht. 
Die Vereinigung der Keimzellen mit halbierten Kernmassen, 
die nun passend als Gameten, A und a, bezeichnet werden, liefert 
Produkte, welche von dem einen Elter die Anwesenheit des Merk¬ 
males A, von dem andern die Abwesenheit des Merkmales, also 
a, erben und wegen der verschiedenartigen Paarung Heterozygoten 
genannt werden. 
Im Gegensätze hiezu heißen die aus Gameten mit ganz 
gleichen Eigenschaften hervorgehenden Produkte Homozygoten. 
Wie spricht sich nun die verschiedenartige Zusammensetzung 
des Keimes Aa in dem entwickelten Tiere aus? 
Es sind drei Hauptmöglichkeiten gegeben: 
1. Kann jeder Deszendent eine gleichförmige Mischung der 
Eltern darstellen, „Blendlinge“, „blended inheritance“ [durch 
graue Farbe dargestellt, XXIII, 1 FJ, oder 
2. kann jeder Deszendent eine derartige Verteilung des einen 
elterlichen Merkmales aufweisen, daß an anderen Körperstellen 
die den zweiten Elter charakterisierende Abwesenheit des Merk¬ 
males auffällt; „Schecken“, particulate inheritance“ [XXIII, 
2 FJ, endlich 
3. jeder Deszendent bloß das Merkmal des einen Elters 
hervortreten lassen, ausschließliche Vererbung, „alternative inheri¬ 
tance“ [XXIII, 3 FJ. 
Im letzeren Falle hat es sich gezeigt, daß bei Verwendung 
wirklich reiner Rassen, deren Produkte alle Homozygoten sind, 
stets alle Deszendenten der ersten Kreuzungsgeneration dem 
einen Elter ähnlich sind, und zwar im allgemeinen jenem, der 
durch die Anwesenheit eines Merkmales ausgezeichnet ist, das 
dem andern fehlt. Dieses Merkmal ist es, welches wir mit 
Gregor Mendel als „dominant“ bezeichnet haben. 
Wird die F1-Generation durch Geschwisterpaarung vermehrt, 
so kann das Resultat wieder in den drei bisher angeführten 
Fällen verschieden ausfallen: 
1. Die Mischung bleibt in F2 fortbestehen [XXIII, 1 FJ, 
. 2. die Scheckung bleibt in F2 fortbestehen [XXIII, 2 FJ,
        

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