Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 3. Phylogenese. Eine Zusammenfassung der durch Versuche ermittelten Gesetzmäszigkeiten tierischer Art-Bildung (Arteigenheit, Artübertragung, Artwandlung)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38676/126/
Bastardierung. 
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rot [XIV, 5] bleibt annähernd unverändert — können rote Augen 
von Rubinfarbe besitzen. Diese Serie unterliegt bei Kreuzung mit 
dem analogen Gliede der besser pigmentierten, schwarzäugigen 
in Ft stets und ergibt in F2 die verschiedenartigen, möglichen 
Kombinationen. Bei beiden Serien kommen außerdem Stufen ge¬ 
ringerer Fellsättigung vor, an Stelle von Wildfarbe Silberfalb 
[XIV, 9], an Stelle von Schwarz Blau [XIV, 8], an Stelle von 
Rot Crème [XIV, 10]. Die stärkere Sättigung schlägt die 
schwächere. "Wird ein stärker gesättigtes Glied der einen Serie 
mit einem schwächer gesättigten der anderen gekreuzt, so tritt 
in F1 die stärkere Sättigung, jedoch in der schlagenden Farbe 
auf und in F2 kommen die vier Kombinationen in einem solchen 
Zahlenverhältnis zustande, daß die stärkere Sättigung und die 
schlagende Farbe in 3/4, die schwächere und die in F, geschlagene 
Farbe in l/i kenntlich ist (Sollas 1909). Unter diesen befindet 
sich eine, bisher den Züchtern unbekannt gewesene, nämlich die 
zimtfarbige mit roten Augen. Wildfarbe X Schokolade hatte in 
F, bloß Wildfarbe, diese in F2 8 Wildfarbige, 4 Schwarze, 2 Zimt¬ 
farbige, 2 Schokoladefarbige geworfen (Castle 1908). 
Die „Rosettenhaarigkeit“ [XIV, 14] dominiert über das 
glatte Fell, die Kurzhaarigkeit über die Langhaarigkeit der 
Angorarasse (Sollas in Bateson 1909); doch ist die Spaltung 
in F2 keine vollständige, es kommen verschiedene Zwischenformen 
vor (Castle 1903). Die Angorahaarigkeit beruht auf einem Fort¬ 
wachsen der Haare unter Erhaltung eines wachstumsfähigen 
Follikels, während bei den Haaren mit begrenzter Länge der 
Follikel nach Erreichung bestimmter Haarlänge aufhört, Medullar - 
substanz des Haares zu erzeugen, und dieses an seiner Basis 
abstirbt und abgeworfen wird. Das Angorahaar geht erst mit der 
Degeneration des Follikels selbst zugrunde. Bei Kreuzung mit 
kurzhaariger Rasse kommen in F, kurzhaarige Tiere, deren 
Haarlänge aber der oberen Hälfte der normalen Variationsbreite 
kurzer Haare angehört, zustande. Je öfter Kreuzungen dieser, 
namentlich durch Anpaarung mit den Elternrassen, vorgenommen 
werden, um so mehr verwischen sich die Kategorien, indem sowohl a,n 
ein und demselben Tiere lange und kurze Haare, als auch an anderen 
Haare mittlerer Länge oder längere Haare, aber mit Follikeln, 
ähnlich denen der kürzeren, auftreten (Castle und Forbes 1906). 
In der Regel hat Cavia an den Vorderbeinen vier, an den 
Hinterbeinen drei Zehen, indem letzteren außer dem Daumen
        

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