Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 2. Regeneration. Eine Zusammenfassung der durch Versuche ermittelten Gesetzmässigkeiten tierischer Wieder-Erzeugung (Nachwachsen, Umformung, Missbildung)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38675/94/
Gliederfüßer (Arthropoda). 
Bei ausgedehnteren Versuchsreihen dürfte auch Steeles 
(1907) Befund sich auf klären, daß Palaemonetes vulgaris im 
Gegensätze zu allen übrigen Dekapoden, deren Ganglion ebenfalls 
im Augenstiele sitzt, nach Abschnitt des letzteren keine Hetero- 
morphose entstehen lassen könne, denn am Gattungsgenossen P. 
varians hatte Herbst bereits (1900) solche erhalten. 
Wenden wir uns von den Krebsen zu den Spinnen. Friedrich 
(1906) konnte an der Wasserspinne (Argyroneta aquatica) keine 
Regeneration erhalten, aber Weiss (1907) glückte es, solche 
nachzuweisen, wenn die Spinnen am Lande gehalten worden 
waren [VIII, 8]. Der Weberknecht (Opilio) regenerierte bei 
Henkings (1888) Versuchen nicht, aber es waren ihm natürliche 
Regenerationen bekannt. 
Unter den Tausendfüßern wurden die von Westwood 
(1840) nicht als Regenerate, sondern für „sistierte Entwicklung“ 
erklärten in der Natur vorkommenden kleinen Gliedmaßen von 
Lithobius durch die positiven Experimente Newports (1884, 
1847) dennoch als Regenerate nachgewiesen [vgl. VIII, 5]. Ein 
ähnlicher Streit ist noch bezüglich der Springbeine der Orthopteren 
im Gange: während Griffini (1896) an einem im Freien ge¬ 
fundenen Pristes tuberosus [VIII, 17] das eine diminutive Hinter¬ 
bein für ein Régénérât ansieht, konnte Bordage (1899 posté¬ 
rieurs, 1905) keine Regenerate an diesem dritten Beinpaar er¬ 
halten, obzwar die beiden vorderen Paare regenerierten (Acridium, 
Phylloperta, Conocephalus, Gryllus capensis — Bordage 1899 an¬ 
térieurs) ; und Peyerimhoff (1906) erklärt die diminutiven Spring¬ 
beine ebenfalls durch Wachstumstillstand. 
Bor dag es wiederholten Angaben über die Nichtregeneration 
des Vorder- oder Fangbeines der Gottesanbeterinnen Mantis 
pustulosa und prasina (1899 Mantides, 1905) kann meinen posi¬ 
tiven Befunden an Sphodromantis bioculata (Przibram 1906 
Sphodromantis) [VIII, 13 y) und Mantis religiosa (1907 Mantis) 
gegenüber keine Bedeutung mehr beigemessen werden. 
Daß die Larven der Ephemeride Chloëon nicht regenerieren 
sollen (Lubbock 1866), ist durch die bereits erwähnte Arbeit 
Hübners (1902) experimentell widerlegt. Das Caudalhorn des 
Bombyx mori sah Kellogg (1904) stets ausbleiben, Megusar 
(1907 Seidenspinner) jedoch gelegentlich wiederkehren [IX, 5ff]. 
Es hat sich auch nicht bestätigt, daß den Saturniden die Regenera¬ 
tionsfähigkeit, wie Orampton (1899) sich äußerte, fehlen würde,
        

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