Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 2. Regeneration. Eine Zusammenfassung der durch Versuche ermittelten Gesetzmässigkeiten tierischer Wieder-Erzeugung (Nachwachsen, Umformung, Missbildung)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38675/57/
Würmer (Vermes). 
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und zu erneuern (Bourne, 1884), womit sie bereits an die 
Häutungen der Gliederfüßer erinnern. 
b) Die periodische Einziehung und Erneuerung von Köpfchen, 
wie es auch die Cölenteraten Tubularia, Cordylophora, Sertularia 
zeigen, scheint bei den röhrenbewohnenden Serpuliden und bei 
Phoronis zuerst Van Beneden (1859), dann hei letzterer Art 
Schultz (1908 Mülleri) beobachtet zu haben. Allgemein ver¬ 
breitet ist diese Erscheinung bei den Moostierchen (Bryozoa: 
Ascopodiaria — Ehlers 1890, Urnatella — Leidy 1883, Potts 
1891, Aetea, Fanella—Smitt 1865,1866, Pedicellina—Seeliger 
1889), bei denen periodisch oder unter ungünstigen Bedingungen 
die alten Kelche absterben und durch neue Polypide ersetzt 
werden. Bei den Strudelwürmern (Planarien) tritt während des 
Hungers eine weitgehende Reduktion der Körpermasse ein, die 
mit einer proportionalen Verkleinerung der äußeren Form ver¬ 
bunden ist (Morgan 1900 Planarians, Lillie 1900). Bei 
Cestoplana werden zunächst die seitlichen Aste des Darmtraktes 
reduziert (Child 1907 Cestoplana). Schultz (1904 Reduk¬ 
tionen I) schildert die Reihenfolge der Degenerationen bei 
Planaria lactea: Die Kopulationsorgane und Augen reduzieren 
sich als die verhältnismäßig entbehrlichsten Organe, die eventuell 
aus dem Parenchym immer neu gebildet werden können, zuerst. 
Darmkanal, Muskeln, Parenchym und Ektoderm bleiben länger, 
am längsten das Nervensystem, welches zur Restitution notwendig 
wäre, und die Genitalzellen erhalten. 
c) „Die Fortpflanzung durch Teilung beruht auf dem Re¬ 
generationsvermögen“ (Hatschek 1888). Es kommt bei den 
Würmern sowohl Teilung mit nachfolgender Regeneration als 
physiologischer Akt vor (Lumbriculus — Abel 1902, Bonnet 
1779, Bülow 1883 Bipalium; Bergendal 1892, Lehnert 
1891, Richters 1887, Trimen 1887, Planaria alpina — Borelli 
1893, Planaria maculata — Curtis 1901, Randolph 1897, Pla¬ 
naria torva u. a. — Johnson 1822, Planaria albissima — Keller 
1894, Sekera 1888, Ctenodrilus pardalis — Kennel 1882, mono- 
stomus — Zeppelin 1883, Typosyllis—Langerhans 1881, Poly- 
celis cornuta — Voigt 1894, Potamilla und Spirographis — 
Watson 1906), als auch vorzeitige Anlage der Kopfteile der 
sich abgliedernden neuen „Zoi'de“, wobei wieder eine verschieden¬ 
artige Reihenfolge der Abschnürung statthaben kann (Chaeto- 
gaster— Bock 1898, Semper 1877, Planaria subtentaculata — 
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