Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 2. Regeneration. Eine Zusammenfassung der durch Versuche ermittelten Gesetzmässigkeiten tierischer Wieder-Erzeugung (Nachwachsen, Umformung, Missbildung)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38675/226/
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Allgemeine Zusammenfassung. 
„Embryogenese“) und bloß die „Regulationseier“*) vor der Fur¬ 
chung aus einem beliebigen kernhaltigen Stücke auswachsen, so 
werden wir diese in unsere erste Stufe mit den Urtieren zu¬ 
sammenstellen [XYI, 1]. 
Die „Mosaikeier“*) vor der Furchung, die Regulationseier 
während der Furchung, die Larven der Ctenophoren während 
der Verwandlung, die Echinodermenlarven vor Anlage der Zö¬ 
lomtaschen können in die zweite Stufe [XYI, 2] eingetragen 
werden, während die älteren Tiere derselben Gruppen oft viel 
höher hinauf gehören. 
Auf die dritte Stufe kämen die Larven der Seesterne 
nach Anlage der Zölomtaschen, die Embryonen der Egel (Hiru- 
dinea), die Eier der Wirbeltiere mit „embryonaler Postgeneration“ 
[XYI, 3]. 
Auf der vierten Stufe treffen wir die Larven der Cyclo- 
piden, fast sämtliche Jugendformen der Tracheaten, also der 
Spinnen, Tausendfüßer und Insekten, die Kaulquappen der 
Frösche und wahrscheinlich die Embryonen der höheren Wirbel¬ 
tiere [XYI, 4]. 
Die fünfte Stufe repräsentieren die sich verwandelnden 
Frösche, welche knapp vor dem Abwurfe noch den Schwanz 
wiederwachsen lassen, wenn sich die Metamorphose verzögert, 
ohne daß sonst der Verlust der Gliedmaßenregeneration durch 
Xeotenie verzögert würde; auch vorgeschrittene Embryonen des 
Hühnchens, welche Schwanzpartien wiedererzeugen [XYI, 5j. 
Auf der sechsten Stufe stehen von jungen Tieren bloß 
die Vögel und Säugetiere vom Ausschlüpfen aus dem Ei bezie¬ 
hungsweise von der Geburt an bis zur Geschlechtsreife, wobei 
aber jüngere Tiere immer noch leichter als ältere regenerieren 
(auch Wundheilung Mensch!) [XYI, 6J. 
Unregelmäßigkeiten in der Abnahme des Regenerationsver¬ 
mögens während der Entwicklung ein und derselben Tierart 
kommen vor, scheinen aber auch keine wirklichen Ausnahmen zu 
bilden, sondern in dem Wechsel der Konsistenz und der Gewebs- 
*) Die Metazoën zerfallen anscheinend in zwei Reihen: in solche mit 
„Regulationseiern“, die zerteüt vorwiegend verkleinerte Ganzbildungen liefern, 
wozu die Cnidaria, Echinodermata, Urochordata (z. T. ?), Vertebrata gehören, 
und in solche mit „Mosaikeiem“, die zerteilt defektive Gebilde hervorgehen 
lassen, wie jene der Ctenophora, Vermes (z. T. ?), Arthropoda, Mollusca 
vgl. K. C. Schneider. Lehrbuch d. Histologie, Jena 1902.
        

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