Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 2. Regeneration. Eine Zusammenfassung der durch Versuche ermittelten Gesetzmässigkeiten tierischer Wieder-Erzeugung (Nachwachsen, Umformung, Missbildung)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38675/197/
Wirbeltiere (Vertebrata). 
m 
und mauretanica, Unterkiefer — Werber 1906 Kiefer) auf. Die 
Knochensubstanz [XII, 5 y] wird zunächst durch Bindegewebe 
ersetzt [XII, 5yx]. Jedoch ist es sehr wahrscheinlich, daß später 
Verknorpelung und sogar Knochenbildung erfolgt, da gelegentlich 
neue Zähne in Werbers Versuchen auftraten. Es frägt sich über¬ 
haupt, ob wir es auch beim Reptilienschwanze mit bleibenden 
Hypotypien zu tun haben oder ob nicht schließlich Beschuppung 
und Verknöcherung sich weiter ausbilden. Für das spätere Wieder¬ 
auftreten der differenzierten Schuppentypen sprechen die von 
Werner (1896) angeführten Exemplare von Gecko vittatus und 
Phyllodactylus Stumpfii, welche ausnahmsweise Tuberkelschuppen 
wiedererzeugt hatten. Zugleich wiesen sie eine zweite Regeneration 
geringeren Umfanges auf, die der Tuberkelschuppen entbehrte. 
Es kann sich also nicht um ein ausnahmsweises Verhalten der 
Exemplare, sondern nur um eine verschiedene Regenerationszeit ge¬ 
handelt haben. Bezüglich der schon von Bose (1817) angegebenen 
späteren Verknöcherung schreibt H. Müller (1864): „DerKnorpel 
ist in alle Unebenheiten des Knochens und seiner Markräume 
so eingelassen, daß beide in dem innigsten Zusammenhänge stehen. 
Wahrscheinlich sind die Zellen des Markes sogar an seiner 
Produktion wesentlich beteiligt . . . Bei manchen, offenbar seit 
lange regenerierten Schwänzen tritt dann ein weiteres Stadium 
ein durch Bildung von Markräumen in dem verkalkten Knorpel 
und Entstehung neuer, echter Knochensubstanz, welche nament¬ 
lich die Oberfläche des Knorpels mitunter ziemlich weithin über¬ 
zieht.“ Auch Fraisse (1885) beschreibt äußere und innere 
Faserknochenbildung. 
Bei den Amphibienkiefern (Triton cristatus [XII, 18/?], 
alpestris, Rana esculenta, Hyla arborea — Werber 1906 
Kiefer) wird die Knochensubstanz unverändert regeneriert, ebenso 
in den Schwänzen. Doch tritt hier eine vollständige knorpe¬ 
lige Wirbelsäule, aus einer Reihe von Körpern mit oberen und 
unteren Bogen bestehend, auf, die erst später verknöchert (Triton 
cristatus, Triton vulgaris — H. Müller 1864). Diese Verknöche¬ 
rung sah H. Müller bloß an der Oberfläche in Form von Knochen¬ 
schalen, nicht aber im Innern des Knorpels durch Markraum¬ 
bildung vor sich gehen, was er aber auf ungenügende Beobach¬ 
tungszeit zurückzuführen geneigt war. Bei der Untersuchung des 
normalen Schwanzendes unserer Tritonen ergab sich nun aber 
die interessante Tatsache, daß ihre Wirbelsäule nicht mit einem
        

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