Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 2. Regeneration. Eine Zusammenfassung der durch Versuche ermittelten Gesetzmässigkeiten tierischer Wieder-Erzeugung (Nachwachsen, Umformung, Missbildung)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38675/196/
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Wirbeltiere (Vertebrata). 
sekundär Suprakaudalschilder statt Zyclo'idscliuppen auf der 
Dorsalseite des Schwanzes — Werner 1896). 
Nach Fraisse (1885) geht die Ausbildung der Schuppen 
regenerierter Echsenschwänze nach einem von der Embryonal¬ 
entwicklung abweichenden, abgekürzten Modus vor sich. Sie gehen 
nicht aus Papillen, sondern langen geschlossenen Follikeln hervor, 
die sogleich Falten aufweisen, welche sonst erst später entstehen. 
Hingegen zieht sich das dunkle Pigment wie beim jungen Tiere 
später in die Cutis zurück. Die breite Cutispapille der regene¬ 
rierenden Schuppe wird sogleich in der Ausdehnungsrichtung der 
Schuppe angelegt, während in der Embryonalentwicklung zunächst 
ein radiärsymmetrisches Wachstum statthat. Die regenerierende 
Eidechsenschuppe wächst sogleich bilateral-symmetrisch, was eine 
bedeutende Abkürzung des Entwicklungsganges involviert. 
Im regenerierten Schwänze der Eidechsen und Blindschleichen 
sind Knochenkugeln im regenerierten Schwänze als Rudimente der 
Knochenschuppen vorhanden, bei den Geckoniden fehlen dieselben 
jedoch gänzlich. 
Die Haupteigentümlichkeit des regenerierten Reptilien¬ 
schwanzes besteht darin, daß er statt von einer Wirbelsäule von 
einem Knorpelstrange durchzogen wird, der sich an den stehen¬ 
gebliebenen Rest des letzten knöchernen Wirbels derart anschließt, 
daß sein Lumen die Verlängerung des Rückenmarkes aufnimmt, 
sein oberer Rand sich an den Wirbelbogen, sein unterer an den 
Wirbelkörper anschließt [XII, 5 a] (Perrault 1688, G ach et 
1834, Leydig 1872, E. Müller 1896, H. Müller 1863, Wer¬ 
ner 1896). 
Im normalen Schwanzende der Eidechsen fand Leydig 
(1872) stets einen knorpeligen Endstab, -während H. Müller 
(1864) an dem einen von ihm untersuchten Exemplare ein kleines 
Knötchen unvollkommener Knochensubstanz ohne Bogen als letztes 
Ende der Wirbelsäule konstatierte: darüber lag bereits ein Filum 
mit Lumen wie im regenerierten Schwänze durchaus vorhanden. 
Fraisse (1885) leugnet nach Untersuchungen an jung auf¬ 
gezogenen Eidechsen das Vorkommen eines knorpeligen End¬ 
fadens; die Verknöcherung reiche bis ans Ende. Die Kiefer der 
Reptilien weisen bei der Regeneration Granulaschuppen an Stelle 
von Schildern (Lacerta agilis — Werber 1905 Kiefer, 1906 
Kiefer) [XII, 5a15oder mehrere Schilder [5 ß2] oder endlich 
eine Verschmälerung des mittleren Schildes (Tarentola annularis
        

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