Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 2. Regeneration. Eine Zusammenfassung der durch Versuche ermittelten Gesetzmässigkeiten tierischer Wieder-Erzeugung (Nachwachsen, Umformung, Missbildung)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38675/139/
Weichtiere (Mollusca). 
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zunehmendem Alter ist bei den Mollusken nichts bekannt. Auch 
nach Erlangung der Geschlechtsreife schreitet Eegeneration in 
beiden Geschlechtern fort; so geht die Reife der von Cernv 
(1905, 1907) verwendeten männlichen Paludinen aus der An¬ 
schwellung des rechten Fühlers hervor, die Reife weiblicher 
Schnecken aus der alsbald erfolgenden Eiablage (Limnaea elo- 
des — Bunker 1880, L. stagnalis — Megusar 1907 Limnaea). 
Selbst Moynier de Ville poix (1891) gibt für Helix aspersa, 
die seiner Ansicht nach die definitive Größe erreicht und Mantel- 
sowie Drüsenzellen in der Mantelrinne verloren hatten, an, das 
dahinterliegende Mantelepithel habe, täglich entfernt, zwei Monate 
lang Reparaturen ausgeführt. 
§ 5. Der Wundverschluß erfolgt nach Abbruch von Schalen¬ 
stücken bei den Muscheln nach F aus sek (1898) durch Perlmutter¬ 
lamellen, nicht durch Kalkneubildung (Ostrea, Mytilus); hingegen 
geben Moynier de Ville poix für die Teichmuschel Anodonta 
ponderosa (1890) und für Helix aspersa (1891,1892), Cerny (1907) 
für Limnaea stagnalis, Planorbis corneus und Paludina vivipara, 
Biedermann (1901) für „bauende“ Helix pomatia die Ab- 
sclieidung von Kalkkarbonat in etwas unregelmäßiger Weise als 
Verschlußmittel an. Osborn (1883) brach aus der Schale von 
Austern, Steckmuscheln und anderen Lamellibranchiaten Stückchen 
aus und schob an ihre Stelle Glasplättchen; auf diesen fand er 
zunächst eine hornige Substanz abgelagert, deren Verkalkung 
durch Auftreten von Kristallen erfolgte. 
Bei den Schnecken verwachsen nach Abschnitt von Teilen des 
Weichkörpers, etwa des Vorderkopfes, die Wundränder zu einem 
cylindrischen normalen Epithele, das die weitere Differenzierung 
einleitet (Helix—Carrière 1879). Selbst tiefe Einschnitte ver¬ 
narben (Tethys leporina — Riggenbach 1901). Als von 
R. C. Schiedt die ganze obere rechte Schale der Auster [X, 1] 
entfernt worden war, zog sich der Anus mangels geeigneter Unter¬ 
stützung an eine mehr vorne gelagerte Stelle zurück. Selbst nach 
Aufriß der perikardialen Höhle, in der man das Herz pulsieren 
sehen konnte, trat noch Heilung ein (Ryder 1893). 
Bei den Kraken, namentlich dem autotomierenden Octopus 
defilippii erfolgt der Wundverschluß abgerissener Arme rasch unter 
Verwachsung der verbliebenen Hautlappen (Riggenbach 1901). 
§ 6. Während alle Beobachter darin übereinstimmten, daß 
die Schnecken noch dann zu regenerieren vermögen, wenn der
        

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