Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 2. Regeneration. Eine Zusammenfassung der durch Versuche ermittelten Gesetzmässigkeiten tierischer Wieder-Erzeugung (Nachwachsen, Umformung, Missbildung)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38675/112/
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Gliederfüßer (Arthropoda). 
Allmählich nehmen die Regenerate normalere Beschaffenheit 
an, können aber noch Stadien durchlaufen, welche ontogenetische 
oder phylogenetische Parallelen nahelegen und daher im folgenden 
Abschnitte besonders abgehandelt werden sollen. 
§7 c. Bei Versuchen über die Regenerationsfähigkeit der 
Wasserassel (Asellus aquaticus) hatte ich die erste Antenne im 
dritten, die zweite im zweiten Gliede durchschnitten. Bei der 
nächsten Häutung waren die Antennen regeneriert, hatten jedoch 
weniger Glieder als die normalen der Gegenseite. Der ersten 
Antenne fehlten die Sinneskolben, die auf der normalen Seite 
am vor- und vorvorletzten Gliede ausgebildet sind. An der Spitze 
der zweiten Antenne (Przibram 1899) [V, 9 cq] stehen mehr 
Borsten als auf der normalen Seite [V, 9 a]. Nach der zweiten 
Häutung waren auf dem vorletzten Gliede der ersten Antenne 
typische Sinneskolben entwickelt, Der Zustand der Endglieder 
entsprach nunmehr dem Stadium einer zweitägigen Assel, ebenso 
jener der zweiten Antenne. Es wurden also ontogenetische Stadien 
bei dieser Regeneration durchlaufen. An der nahe verwandten 
amerikanischen Wasserassel verglich Zeleny (1906 Direction, 
1907 Mancasellus) [V, 10, a, a—a2] genauer die Reihenfolge 
der Ausbildung von Gliedern der ersten Antenne bei der erst¬ 
maligen und regenerativen Entwicklung und fand weitgehende 
Übereinstimmung. 
An den Scheren des Hummers stehen nach Emmel 
(1906 Torsion) [VI, ai—a2, aL—«3] folgende Erscheinungen bei 
Ontogenie und Regeneration in Parallele: zuerst steht der Dak- 
tylopodit vertikal über dem Propoditen [a15 cq] und dreht sich dann 
um 90° nach innen [a2, a2] ; der zuerst kleinere Propodit wird 
später größer als der Daktylopodit; die Charaktere der großen 
oder K-Schere stehen bei ihrem ersten Erscheinen in der Mitte 
zwischen ausgebildeter Z- und K-Schere, 
Die gleichen Verhältnisse gelten für die Regeneration des 
nahe verwandten Skampo (Nephrops — Przibram 1907 Scheren- 
nmkehr), dessen Ontogenese zum Vergleiche nicht genügend be¬ 
kannt ist. Allgemein beobachtete ich jedoch, daß auch die direkt 
regenerierenden K-Sckeren zunächst dem Z-Typus ähnlich sehen 
und auf diese Art jenes Stadium der betreffenden Krebsart 
rekapitulieren, auf dem die K-Schere noch nicht differenziert 
worden ist. Denn überall nimmt mit zunehmendem Alter erst die 
besondere Ausbildung der Scheren zu.
        

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