Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 2. Regeneration. Eine Zusammenfassung der durch Versuche ermittelten Gesetzmässigkeiten tierischer Wieder-Erzeugung (Nachwachsen, Umformung, Missbildung)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38675/110/
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Gliederfüßer (Arthropoda). 
schere allein durchschnitten worden war, dann braucht keinu 
Schere im Vorsprunge zu sein und es kommt nach Wilson (1903) 
zur beiderseitigen Ausbildung einer wenig ausgeprägten K-Schere 
[VI, 5 e]. Auch durch Totalexstirpation der K-Schere läßt sich 
die Wachstumsgeschwindigkeit herabsetzen. Man erhält nach der 
ersten Häutung noch kein geformtes Régénérât an Stelle der 
totalexstirpierten K-Schere. An Stelle der Z-Schere wächst eine 
solche wieder [IV, 4 y], falls sie autotomiert worden war, sonst 
wandelt sie sich in eine K-Schere um [IV, 4 ô] ; auf solche Art 
können also Krebschen mit nur einer Schere, die Z oder K nach Wahl 
sein wird, erhalten werden (Alpheus — Przibram 1907 Scheren¬ 
umkehr). Sonst heterochele Krebse mit zwei Z- oder zwei K-Scheren 
kommen gelegentlich als Naturfunde vor (K—K: A. dentipes — 
Coutière 1899, Eriphia laevimana — Przibram 1905 Hetero- 
chelie). Insbesondere beim Hummer sind beide Fälle bekannt 
(Herrick 1895). Es werden wohl alle sich aus Regeneration er¬ 
klären. Wenn dies Caiman (1906) bezüglich der beiderseitigen 
K-Schere bezweifelt, so hält ihm Emmel (1906 Crusher, 1907 
abnormal) mit Recht die Ergebnisse von Versuchen entgegen, in 
deren Verlauf zweimal bei Regeneration beider Scheren halb¬ 
wüchsiger Hummer beiderseits eine K-Schere auftrat [VI, 7 a\. 
Die näheren Bedingungen fordern eine weitere experimentelle 
Analyse; vielleicht spielt die gleichzeitige Amputation von zwei 
Beinen der alten Z-Seite eine Rolle. Ebenso sind noch die Be¬ 
dingungen für die beiderseitige Z-Schere beim Hummer, die nach 
Emmel beiderseits autotomiert wieder als Z Z erscheint, noch 
zu bestimmen. 
In Verbindung mit den Umkehrverhältnissen können auch 
Reduktionen auftreten. So kam es vor, daß nach Verlust des 
Daktylopoditen der K-Schere bei Carcinus (Przibram 1907 
Scherenumkehr [VII, 6 6, K]) der Daktylopodit der gegenseitigen 
Z-Schere eine Vereinfachung erfuhr [VIII, 6 6, Z], während der 
Daktylopodit der K-Schere ebenfalls in einfacherer Form regene¬ 
rierte. 
Namentlich bei Typ ton [VI, 3 c2] und Alpheus laevimanus 
kommt es bei ungenügender Nahrung und nach schweren Ver¬ 
lusten zu einer viel weitergehenden Reduktion. Es nimmt das 
ganze Tier bei den aufeinanderfolgenden Häutungen ab statt zur 
wobei jedoch die Regeneration und Scherenumkehr vor sich geht 
(Przibram 1907 Scherenumkehr).
        

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