Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 1. Embryogenese. Eine Zusammenfassung der durch Versuche ermittelten Gesetzmäszigkeiten tierischer Ei-Entwicklung (Befruchtung, Furchung, Organbildung)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38674/58/
Entwicklungsmechanik der Differenzierung. 
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kugeln, sondern nach der Lage am Ei, indem die an die Außen¬ 
welt grenzenden Oberflächen Ektoplasmaüberzug erhalten, nicht 
aber die Grenzwände zwischen zwei Zellen. 
Diese der Lage entsprechende Neuverteilung der die Keim¬ 
blätter bestimmenden Substanzen ist jedenfalls für die Möglich¬ 
keit der Entstehung von verkleinerten Ganzbildungen bei den 
Hydro'idpolypen verantwortlich zu machen. Bei denjenigen Aegi- 
neta-Eiern, wo inaequale Furchungskugeln Vorkommen, ist der 
relative Mangel an Endoplasma bei der Mikromerenhälfte, der 
entsprechende Mangel an Ektoplasma hei der Makromerenhälfte 
für den Entwicklungsstillstand entscheidend. 
Weniger klar scheint es mir, warum eine aus Mikro- und 
Makromeren bestehende Eihälfte noch ziemlich ungünstige Re¬ 
sultate liefert; vielleicht liegt ein Mangel an Umordnungsfähigkeit 
der beiden Substanzen vor, wofür die Verzerrung und Unregel¬ 
mäßigkeit des Endproduktes sprechen würde, möglicherweise sind 
aber auch bereits weitere ungleiche Aufteilungen vorhanden, die 
dem Auge des Beobachters noch nicht sichtbar sind. 
Bei Clytia flavidula (= Phialidium flavidulum) erhielt Maas 
(1905) noch aus zerschnittenen Planulae verkleinerte Ganz¬ 
bildungen; die auftretenden Unregelmäßigkeiten führt er darauf 
zurück, daß auf späteren Stadien das Ektoplasma die freigelegten 
Flächen nicht mehr leicht und allseitig umkleidet. 
Aus zerschnittenen Eiern verschiedener Entwicklungsstadien 
von Pennaria tiarella erhielt Chas. W. Hargitt (1905) ebenfalls 
verkleinerte ganze Hydroidpolypen. 
Unter den Skyphozoen liegen bloß einige Angaben von 
E. B. Wilson (19032) über die zu den Korallen (Anthozoen) ge¬ 
hörige Seefeder (Renilla) vor [VII, 7—9]. Derselbe zerschnitt 
Eier auf verschiedenen Stadien zwischen Eiablage und Furchung 
und erhielt verkleinerte Ganzbildungen [VII, 7], die sich mit 
gleicher Geschwindigkeit wie normale Eier entwickelten und deren 
Blastomerensumme je der normalen Blastomerenzahl eines Eies 
entsprach. Renilla weist die Merkwürdigkeit auf, daß normaler¬ 
weise eine 3—5 malige Kernteilung eintritt, ehe eine Durch¬ 
schnürung des Plasmaleibes nachfolgt, dann aber ein simultaner 
Zerfall in 8—16 Blastomeren stattfindet. Wurden die Eier vor 
Eintritt der Kernteilungen zerschnitten, so konnte nur ein Stück, 
nämlich das kernhaltige, sich weiterentwickeln; in die kernlosen 
scheinen die Spermatozoen nicht noch einmal eindringen zu 
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