Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 1. Embryogenese. Eine Zusammenfassung der durch Versuche ermittelten Gesetzmäszigkeiten tierischer Ei-Entwicklung (Befruchtung, Furchung, Organbildung)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38674/22/
Eibau. 
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Protuberanz sichtbar, die die ehemalige Einpflanzungstelle des 
Eies darstellt. Später verschwindet dieselbe, dann ist aber die 
Eiachse an dem Bichtungskörper kenntlich. Fragmente furchen 
sich, wie immer der Schnitt geführt sein mag, als verkleinertes 
Ganzes und ergeben entsprechende „Pilidien“larven. 
11. Was die Promorphologie oder den Bau der Eier bei 
den wirbellosen Chordoniern, den Tunikaten und Amphioxus 
[Eil, 1] anbelangt, so scheint am unbefruchteten Ei keine andere 
Plasmastruktur kenntlich zu sein, als eine konzentrische Anlage 
von drei Stoffen (Cynthia — Conklin 19053; der animale Pol 
ist durch die Bichtungskörper ausgezeichnet. Versuche an un- 
besamten Eiern sind mir nicht bekannt.*) 
12. Bei den Wirbeltiereiern kommen vielfach so starke Dotter¬ 
häufungen vor, daß bekanntlich die Furchung das Ei nicht gleich¬ 
mäßig oder überhaupt nicht ganz in Blastomeren zu zerlegen im¬ 
stande ist. Jener Teil, der relativ dotterfrei ist, bezeichnet dann 
den animalen (Kern-)Pol. Bei einigen Fischen, beim Neunauge 
(Petromyzon fluviatilis — nach Herfort) [III, 2], beim Bitterling 
(Rhodeus amarus — nach Ziegler) und bei der Sardelle (Engraulis 
encrasicholus — nach Wenckenbach) sind die Eier länglich und 
das „Blastoderm“ (die Keimschicht) liegt an einem Pole, dem 
„Dotter“ entgegengesetzt. Daß wir es bei den Fischeiern wirklich 
mit Nahrungsdotter, nicht einer für bestimmte Teile determinie¬ 
renden Substanz (wie etwa bei Ilyanassa) zu tun haben, zeigen 
Versuche von Morgan (1893) an Fundulus, bei dem durch Anstich 
der Dotter zu fast zwei Dritteln seiner Menge entfernt werden 
konnte und doch vollständige Embryonen resultierten. 
13. Es ist insbesondere das Ei der Frösche gewesen, an dem 
zunächst entwicklungsmechanische Versuche ausgeführt wurden 
(Roux, vgl. 1895). 
Die Eier der Frösche (Rana-Arten) werden bekanntlich in 
Klumpen abgelegt, in denen jedes einzelne Ei durch eine Gallert¬ 
hülle abgesondert ist. Die im Innern des Klumpens gelegenen 
Eier befinden sich mehr weniger in Zwangslage, während die 
peripher gelegenen oder isolierte Eier von Spannungen freier 
sind. Jedes einzelne Ei läßt eine deutliche Polarität infolge der 
Anordnung von zwei Substanzen, dem dunkleren, animalen, dotter- 
*) Die von Maas in seiner „Experimentellen Entwicklungsgeschichte“ 
p. 67 angeführten Versuche Drieschs an Ascidien scheinen sich auf besamte Eier 
zu beziehen.
        

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