Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 1. Embryogenese. Eine Zusammenfassung der durch Versuche ermittelten Gesetzmäszigkeiten tierischer Ei-Entwicklung (Befruchtung, Furchung, Organbildung)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38674/19/
12 
Eibau. 
Bedeutung“ — Driesch), aufmerksam. Diese „Promorphologie“ 
der tierischen Eier ist geeignet, die Entstehung der „Mannigfaltig¬ 
keit“ bei der Entwicklung zu verbürgen; daher mag dieselbe an 
Vertretern einiger Tierklassen erläutert werden. 
1. Das Ei von Hydra viridis [II, 1], unserem gewöhnlichen 
Süßwasserpolypen, ist anfangs amöbenartig gelappt, enthält jedoch 
neben Dotterkörperchen auch Chlorophyllkörner (Kleinenberg), 
welche symbiotischen Algen angehören und die spätere grüne 
Färbung hervorrufen. Nach den Versuchen von Hadzi (1906) 
können algenfreie Hydra viridis erhalten werden, wenn die Eier 
im Dunkeln gebildet und abgeschnürt werden. Die aus diesen 
schlüpfenden Hydren sind dann natürlich farblos. Durch Zer¬ 
schneidung halbierte Ovocyten von Hydra stellen die normale 
Größe wieder her. 
2. Das Ei der Meduse Aegineta [II, 2], annähernd kugel¬ 
förmig, läßt nach Maas (1901) in allen Radien eine gleichförmige 
Schichtung aus zwei Substanzen erkennen, dem innern Endo- 
plasma und einem äußern Exoplasma (Rindenschicht), das mit 
einem feinen Netzwerk das Endoplasma durchzieht. Diese Rinden- 
schiclit bildet später stets die freie Fläche der Blastomeren. 
Werden die Eier künstlich deformiert, so wandert die Rinden¬ 
schicht dennoch stets an die freien Flächen, so daß sie immer 
von Exoplasma überzogen bleiben. 
3. Äußerlich ähnlich ist das Ei der Ctenophore Beroë 
ovata [II, 3]. Der Kern liegt sehr nahe der Peripherie in der 
dünnen „Außenschicht“ und bezeichnet die Seite, an der die erste 
Furche einschneidet. Wie bereits an der Ovocyte jener Pol, dem 
das Keimbläschen angelagert ist, als animaler Pol bezeichnet wird, 
so auch hier der, dem der Kern anliegt. Bei der normalen Furchung 
werden an dem gegenüberliegenden vegetativen Pole nach dem 
Achtzellenstadium kleinere Blastomeren, sogenannte „Mikromeren“ 
abgeschnürt, die je eine der bekannten „Wimperrippen“ ausbilden. 
Wird die vegetative Kuppe am ungefurchten Ei abgeschnitten, so 
bilden sich trotzdem nach Besamung die acht Rippen (Ziegler 
1898, Driesch und Morgan 1895); werden jedoch die Eier durch 
einen Schnitt parallel oder wenig schief zu der durch die Ver¬ 
bindungslinie des animalen und vegetativen Eipoles gegebenen 
Eiachse geteilt, so werden entsprechend weniger Mikromeren und 
Rippen gebildet (Driesch und Morgan 1895); wir haben daher 
eine in acht Radien verteilte Verschiedenheit anzunehmen, die
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.