Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimental-Zoologie. 1. Embryogenese. Eine Zusammenfassung der durch Versuche ermittelten Gesetzmäszigkeiten tierischer Ei-Entwicklung (Befruchtung, Furchung, Organbildung)
Person:
Przibram, Hans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38674/102/
Einfluß äußerer Faktoren. 
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Inwieweit bei einer und derselben Form ein Ersatz der 
skelettbildenden Substanz durch andere stattfinden kann, will 
Maas in weiteren Versuchen ermitteln, wie solche von Herbst 
in Fortsetzung seiner bereits erwähnten Arbeiten am Seeigelei 
vorliegen. 
Herbst (1901) kam zu dem Resultate, daß Sulfate durch 
andere Schwefelverbindungen nur dann ersetzt werden können, 
wenn aus diesen Sulfate entstehen. Selenate und Tellurate 
konnten an Stelle von Sulfaten auch nicht Verwendung finden, 
obzwar Selen und Tellur die dem Schwefel ähnlichsten Elemente 
sind. Wurde Chlor durch eine äquimolekulare Menge Brom er¬ 
setzt (3% NaCl durch 5*28% NaBr usw.), so konnte dürftige 
Entwicklung stattfinden; äquimolekulares Jod konnte Chlor nicht 
ersetzen. Dasselbe galt für Polypen von Tubularia mesembryan- 
themum und Eier des Fisches Labrax lupus. Kalzium ist weder 
durch Magnesium noch Strontium (Sr) oder Baryum (Ba) bei der 
Skelettbildung vertretbar, ebensowenig wie bei Seeigeln auch bei 
Wirbeltieren. Interessant ist der Einfluß von Rubidiumchlorid 
und Caesiumchlorid an Stelle des Kaliumchlorides. Verwendet 
man äquimolekulare Mengen (0-08% KCl mol. = 0*13% RbCl 
mol. = 0-18% CsCl), so erhält man nicht das jeweils günstigste 
Resultat, weil die Wirkungsstärke äquimolekularer Lösungen von 
KCl, RbCl und CsCl mit steigendem Molekulargewichte dieser 
Verbindungen zunimmt. Außerdem sind die Optima für die ver¬ 
schiedenen Prozesse der Entwicklung verschieden; wenn die für 
die Größenzunahme und das normale, helle Aussehen der Larven 
günstigste Konzentration erreicht ist, ist die Konzentration für 
die Gerüstabscheidung bereits überschritten, so daß sonst sehr 
gut entwickelte Plutei in solchen Lösungen nur rudimentäres 
Skelett aufweisen. 
b) Schädlichkeit. 
Besteht die schädliche Veränderung des umgebenden Me¬ 
diums nicht in dem Entzüge oder unzureichenden Ersätze not¬ 
wendiger Stoffe, sondern in dem Zusatze von Substanzen, die 
normalerweise gar nicht einzugreifen pflegen oder durch entgegen¬ 
gesetzt wirkende in ihrem Einflüsse gehemmt werden, so spricht 
man von einer Gift Wirkung. Namentlich Loeb hat in einer Reihe 
von Arbeiten (19013, 19022, Loeb und Gies 1902) gezeigt, daß 
auch die in dem normalen Medium einer Tierart vorkommenden 
Stoffe eine schädliche Wirkung entfalten können, sobald andere
        

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