Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur experimentellen Psychologie, Heft 3: Neue Grundlegung der Psychophysik
Person:
Münsterberg, Hugo
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38671/94/
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von Einzelversuchen hätte hier offenbar manche Verschieden¬ 
heit ausgeglichen. 
Der zweite, ebenfalls allen Reihen gemeinsam eigentüm¬ 
liche Umstand ist der, dass der relative Unterschied des 
zweiten Reizpaares regelmässig grösser eingestellt wird . als 
wie er aus der Vergleichung mit Punktdistanzen berechnet 
war; mit anderen Worten, der Unterschied des ersten 
Reizpaares wird regelmässig überschätzt, der Unter¬ 
schied des zweiten Reizpaares deshalb immer zu gross ge¬ 
macht. Es scheint, dass dieses Verhalten besonders für 
relativ kleine Unterschiede gilt, während es bei relativ grossen 
Unterschieden fast ganz zurücktritt. Noch manche andere 
Eigentümlichkeit, je nachdem ob das erste Reizpaar momentan 
ein wirkt wie der Schall oder kontinuierlich wie die Licht¬ 
scheiben, und ähnliches mehr scheint deutlich aus den Ta¬ 
bellen zu - sprechen. Trotzdem erachte ich die vorliegenden 
Zahlen für numerisch und methodologisch unzureichend, um 
daraus Schlüsse über bestimmte Einzelverhältnisse zu formu¬ 
lieren; da müssen erst weitere sowohl exaktere als auch zahl¬ 
reichere Versuche hinzutreten, um genaue Aussagen nicht 
voreilig erscheinen zu lassen. 
Cfewissermassen als Anhang zu dieser Versuchsgruppe 
erwähne ich mit Gewichten sowie mit Schallstärken ausge¬ 
führte Versuchsreihen, bei denen beide Reizpaare demselben 
Sinne angehörten. Sie nähern sich offenbar am meisten den 
üblichen Versuchen über mittlere Abstufung oder vielmehr 
die Methode der mittleren Abstufung repräsentiert denjenigen 
extremen Einzelfall, bei dem der zweite Reiz des ersten Paares 
und der erste Reiz des zweiten Paares so nahe zusammen¬ 
rücken, dass sie identisch sind. Es ist klar, dass dieser ex¬ 
treme Fall theoretisch gar keinen Vorzug vor anderen verdient. 
Es mag genügen, aus dieser Gruppe die Gewichtsversuche 
mitzuteilen. Die Normalgewichte waren so gewählt, dass die 
Zahlenverhältnisse unmittelbar anschaulich werden: jeder Reiz¬ 
unterschied kam zehnmal zur Einwirkung.
        

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