Bauhaus-Universität Weimar

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zu bringen, macht unser Spiel abgerundet und fliessend. Grossen Kummer 
machten mir oft meine etwas zu kleinen Hände, doch spüre ich diese buch¬ 
stäbliche Unzulänglichkeit lange nicht mehr in dem Grade wie früher, wo 
die armen Hände fast alles allein besorgten und meist noch viel vom Eigen¬ 
gewicht des Armes hinter sich herzogen. Normal gebaute und veranlagte 
Kinder erfassen die folgerichtige Ausnützung der Kraftquellen meist über¬ 
raschend schnell. Eine kleine Achtjährige machte zur Fixierung des Armes 
die feine Bemerkung: „Mein Arm muss sein wie Draht.“ Viel Spass machte 
mir der Satz: „Der Arm muss leicht sein wie ein Luftschiff.“ Der Kampf 
mit dem Eigengewicht des Armes, welches so oft die Hand aus der Achs- 
richtung verdrängt, sobald die Kinder gedankenlos spielen, ist mir immer er¬ 
leichtert, wenn ich sage: „Ich muss Luft einpumpen, damit die schöne Form 
wieder herauskommt.“ Die meisten Stunden vergehen gross und klein und 
besonders mir selber wie im Fluge infolge der Vergeistigung selbst der 
kleinsten Fingerübung. Nicht dankbar genug können besonders Spieler mit 
zu lockeren Gelenken für die Erschliessung aller Kraftquellen sein ; bei solchen 
stand ich früher ratlos da. 
In unbegrenzter Dankbarkeit und Verehrung 
Ihre ergebene 
Anna Mann, 
Bayreuth, 30. Oktober 1910. Musiklehrerin. 
The instruction w-hich I received from you during the spring of 1904 
has proved itself of unquestioned value and benefit. I have more power, 
greater security and better facility in the accomplishment of technical diffi¬ 
culties. 
Louis Sehwebel, 
Pianist und Klavierlehrer am 
Cincinnati, Ohio, 30. März 1911. Konservatorium in Cincinnati. 
After having studied pianoforte for 18 months under Professor Max 
Pauer in Stuttgart and modern weight-playing for 15 months in Berlin. 
I have studied two years with Fräulein Eli sabeth Cal and and am firmly 
convinced that she has dicovered the real sources of pianoforte technique. 
Under her skillfull guidance, I have acquired a strength and a variety of 
tonal colour, that were formerly beyond my powers of attainment. My 
tone has infact, altered and improved out of all recognition and my musical 
sense has advanced hand in hand with the rapid development of my tech¬ 
nique. While in Stuttgart, I strained my arms and for 6 months, was unable 
to play, it is only since acquiring the Deppe-Caland Method that all 
traces of pain in my lower arms have disappeared. 
Annette Seammell. 
(from Adelaide, Soulh Australia.) 
Charlottenburg-Berlin, February 1911. 
MijMi ss Ann ette Seammell (from Berlin), a pianist of some ability, 
gave a 'recital before a large audience at the Kings-hall, Phillip-street, last 
night. Miss Seammell proved to be the possessor of fine technique and 
altogether a brilliant executant. In one or two of her solos, however, there
        

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