Bauhaus-Universität Weimar

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deren Ausführung man, je nachdem Kraft dazu benötigt ist, die 
verschiedenen Muskeln mehr oder weniger anspannt. Der Spieler 
soll versuchen, sich gewissermassen ein geistiges Bild des zu 
spielenden Stückes zu machen, dessen Passagen, Läufe, Akkorde 
etc., wie Ketten von Perlen in- und durcheinander verschlungen 
sind; er soll sie wie einfache fortgesetzte runde Linien sich ver¬ 
gegenwärtigen, und in dieser Weise mit beiden Händen diese 
unsichtbaren Fäden durcheinander verweben. 
Terzen und Sextengänge spiele man auf die obenbeschriebene 
Weise; man bringe die Hand mit erhobenem Handgelenke über 
die zu spielende Taste, die durchgeistigten, bewussten Finger 
nehmen die Töne, welche in dem Nächstzuspielenden hinüber- 
geleitet werden sollen, sodass vollkommener Anschluss und keine 
Luft zwischen den Tönen bemerkbar wTird; „kein Sandkörnchen 
soll dazwischen sein“ (Deppe’s Ausdruck). 
So auch spiele man Arpeggien und gebrochene Akkorde. 
Durch das beim dritten Ton in die vorschriftsmässige Lage 
kommen ist die Bewegung immer eine innerlich runde. Beim 
hinaufgellenden Teil des Arpeggios oder des gebrochenen Ak¬ 
kordes (welcher Teil die erste Hälfte des Bogens der einfachen 
runden Bewegung ausdrückt), soll die Hand genau so, wie bei 
der Tonleiter (nur dass hier die Entfernung der Töne vonein¬ 
ander eine grössere ist) durch die von oben beherrschte Seiten¬ 
bewegung des Handgelenks weiter geführt und so weit nach 
rechts geleitet werden, dass der Daumen kaum mehr unter¬ 
zusetzen braucht, während bei dem innerlichen Zusammen¬ 
schieben und Zusammenziehen der Hand und der Finger die 
Töne beseelt und bewusst genommen werden u. s. w. Beim 
hinuntergehenden Teile des Arpeggio und des gebrochenen Ak¬ 
kordes (welcher zweiter Teil die zweite Hälfte des Bogens der 
runden einfachen Bewegung zum Gehör bringt) wird die Hand 
durch das Handgelenk zurückgehalten — die Hand verbleibt 
dadurch immer in ihrer Lage — denn „würde die Hand zu¬ 
nächst ihre Lage beibehalten, um nachher beim Uebersetzen 
„v
    

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