Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plutarch über das archaische und klassische Zeitalter der griechischen Musik
Person:
Westphal, Rudolph
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38660/40/
Vortrag des Lysias. 
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VIII. Erfindung* der Enharmonik. 
Vom Olympus nehmen die Musiker an, wie Aristoxenus sagt, dass 
er der Erfinder des enharmonisclien Tongeschlechtes sei, denn vor ihm 
seien alle Compositionen diatonische oder chromatische gewesen. Sie 
denken sich, dass diese Erfindung folgendermassen vor sich gegangen 
sei. Als Olympus sich im diatonischen Tongeschlechte bewegte 
Ilypate Parhypätc Lichanos Mese Paramese Trite Parauete Nete 
e f g a h c d e 
und die Melodie öfters nach der diatonischen Parhypate f hinführte, 
bald von der Paramese h aus, bald von der Mese a und dabei die 
diatonische Lichanos g unberührt liess, 
da merkte er die Schönheit des Ethos, und indem er die nach dieser 
Analogie aufgestellte Tonleiter bewunderte und sich an eignete, compo- 
nirte er in derselben Melodien dorischer Tonart. Er habe nämlich 
weder die der Diatonik, noch die der Chromatik eigenthümlichen Töne 
berührt, noch auch die der (späteren) Enharmonik. Das seien nun 
die Anfänge der enharmonischen Compositionen. Denn sie stellen als 
den Anfang der enharmonischen Compositionen die Opferspende-Melo¬ 
die hin, in welcher keine der Tetrachordeintheilungen die den drei 
c Tongeschlechtern eigenthümlichen Töne darbietet. Das enharmonische 
Pyknon neben der Mese, dessen man sich jetzt bedient 
Synemmenon 
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s h (2 
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a ô b (c) 
Pyknon 
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scheint nicht von dem genannten. Componisten herzurühren. Es lässt 
sich das leichter einsehen, wenn man einen Auleten nach archaischer 
Weise vortragen hört, denn ein solcher verlangt, dass auch das auf die 
Mese folgende Halb ton intervall a b ein unzusammengesetztes sei (kein 
zusammengesetztes a 8 b). Solcher Art seien nun die Anfänge der en¬ 
harmonischen Compositionen. Später aber sei das Halbtonintervall 
(durch den in der Mitte angenommenen Viertelton 8) zertheilt, sowohl 
in den Lydischen wie in den Phrygischen Compositionen. Olympus
        

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