Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plutarch über das archaische und klassische Zeitalter der griechischen Musik
Person:
Westphal, Rudolph
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38660/22/
Inhalt und Quellen. 
23 
uns erhaltenen tragischen Texten giebt das sichere Kriterium, ob sie 
der älteren oder der neueren Compositionsmanier angehören. Das Vor¬ 
walten der scenischen Monodien, in denen die antistrophische Gliede¬ 
rung aufgegeben ist, das Zurückdrängen der einst so glänzenden Chor¬ 
partien ist eine Concession, die der tragische Dichter und Componist 
an das dem Nomosstile des Timotheus zugethane Publikum gemacht 
hat. Die meisten Euripideischen und die letzten der Sophokleischen 
Stücke gehören dieser Klasse an. So kommt es, dass zwar Phiynichus 
und Aeschylus, aber nicht Sophokles und Euripides als die muster¬ 
gültigen Meister der Theatermusik genannt werden. Uns bleibt nichts 
anderes übrig als mit Aristoxenus von der Grenzscheide dieser älteren 
und neueren Tragödie an den Verfall der axrjvixti [iovuixr] zu datiren. 
Wir kennen zwar selber die musikalischen Compositionen nicht mehr, 
wir haben blos die Worttexte, aber die letzteren verstatten uns wenig¬ 
stens einen Einblick in die rhythmische Composition, und die letztere 
führt uns bei selbständiger unparteiischer Forschung zu demselben Satze, 
den Aristoxenus über die Rhythmen der Aelteren und Neueren aus¬ 
spricht (Plut. mus. 21b) und mahnt uns auch dasjenige' nicht anzu¬ 
zweifeln, was Aristoxenus über den tonischen Theil dieser beiden 
Musikepochen ausspricht, dass nämlich die ältere Zeit in der Melodie¬ 
bildung einfacher, grossartiger und reiner, in der Harmonisirung und 
begleitenden Instrumentation reicher und mannigfaltiger war. 
Wir haben nicht umhin können bei Gelegenheit des durch Athenäus 
mitgetheilten Eingangs der Aristoxenischen uvfifnxTa ovfinoTixct auf das 
hier zum ersten Male genannte Thema dieses dialogischen Werkes näher 
einzugehen und den ganzen Standpunkt, den Aristoxenus zu dem Musik¬ 
stile seiner einnimmt, kürzlich zu veranschaulichen. Ein weiteres Frag¬ 
ment findet sich bei Themist. or. 33. 
Açuno^evoç o fiovatxoç ■&rlXwo(iévr)v rt8r\ tt]v fiovaixrjv êneiçaro avctQ- 
çavvvveu cevroç xe ayancov xà dvSçixcoTEQa xcov xqov/autcûv xai toïç (xa-&rlTcuç 
êmxeXevcov tov fiaX&axov acpefièvovç (piXeçyeïv xô dççevamov èv toïç /xsXecnv 
(d. i. die beiden zuletzt von uns genannten Momente der Melodie¬ 
führung und Harmonisirung oder Instrumentalbegleitung). 3Eneiôri 
OVV TLÇ rjQBXO CtVTOV tcov GWrj&CùV 
Ti ö av (xoi yèvoiTO nXèov vneçiôovTi fièv xijç véaç xotl ênneçnovç àoiôîjç, 
TtjV dè notXouàv ôianovrjaavTi ; 
Aiarj, cprtat, onavidiTSQov èv toïç Ssârçoiç, dtç ov% oiov xe ov nXrj&ei 
dfxa açeorov eivou xal ceçyciïov ttjv êTturvrjfirjv. 
AçicnoÇevoç fi èv ovv xal Tavxa èTUTrjdevcnv fxeTiàv ôrjfiOTixrjv naç ovôsv
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.