Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Lehre von den Tonempfindungen als physiologische Grundlage für die Theorie der Musik. Dritte umgearbeitete Ausgabe
Person:
Helmholtz, Hermann von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit3865/536/
Dissonante Intervalle. 
521 
II. Quinten und Quarten. 
Die Quinten setzen sich einfach aus je 2 Terzen zusammen; 
je nacli der Art der Terzen, welche wir zusammensetzen, erhalten 
wir die verschiedenen Arten der Quinten. 
4) Die reine Quinte y, bestehend aus einer natürlichen gros¬ 
sen und einer eben solchen kleinen Terz. Ihre Umkehrung ist die 
reine Quarte y, beide sind consonant. Beispiele in der Durton- 
leiter: / — c, a — e_, c — g, e_ — ä, g —- d. 
5) Die unreine Quinte d — «, um ein Komma kleiner als 
die reine Quinte d — a, besteht aus der grossen und der Pythago¬ 
reischen kleinen Terz. Sie klingt wie eine schlecht gestimmte 
Quinte, und macht deutlich zu unterscheidende Schläge. In der 
eingestrichenen Octave ist die Zahl dieser Schläge 11 in derSecunde. 
Ihre Umkehrung ist die unreine Quarte « — d, y, welche eben¬ 
falls entschieden dissonant ist. Die Quarte « — d macht eben so 
viel Schläge wie die Quinte d — wenn in beiden der Ton d der 
gleiche ist. 
G) Die falsche Quinte h — f. — besteht aus einer natürlichen 
und einer Pythagoräischen kleinen Terz h — d und d—/, und ist 
deshalb, wie die Notenschrift schon andeutet, um etwa einen halben 
Ton kleiner als die reine Quinte. Sie ist eine ziemlich rauhe Disso¬ 
nanz, an Rauhigkeit etwa der grossen Secunde gleichstehend. Ihre 
Umkehrung die falsche Quarte oder der Tritonus, /— h (drei 
Ganztöne umfassend / — g, g — a, a — h), y, ist ihr an Rauhig¬ 
keit nahe gleich, und etwa um ein Komma kleiner. Nämlich nahe- 
hin ist die falsche Quinte h ■— f gleich ces — /, und wenn man 
dieses Intervall um ein Komma kleiner macht, erhält man ces — /, 
welches eine falsche Quarte ist. Genau genommen, da ces nicht voll¬ 
kommen gleich ist mit h, ist der Unterschied zwischen beiden In¬ 
tervallen etwas kleiner als ein Komma, nämlich yy oder abge¬ 
kürzt Auf den Tasteninstrumenten fallen beide zusammen. 
7) Die übermässige Quinte der Molltonart ës — Ä, y, be¬ 
steht aus zwei grossen Terzen es — g und g — h. Sie ist nahehin 
um zwei Kommata kleiner als die kleine Sexte, wie man sieht, wenn
        

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